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Wie es zur Eingliederung der Resonanzabgleiche in die Atemarbeit kam

[ResonanzphĂ€nomene] [Homöopathie] [ZĂ€hne] [Heilhindernisse]

Ein GesprĂ€ch zwischen Markus Fußer und Myriam Bernardi (FrĂŒhjahr 2006)

Markus, in den letzten drei Jahren hast Du Grundlagen fĂŒr eine Atempsychologie entwickelt, die jedem Ă€ußerlichen Psychologisieren des Atems den Boden entzieht. Du nimmst Resonanzabgleiche vor, um punktgenau eine Belastung in der Atembewegung durch seelisch-geistige Informationen zu identifizieren. Und es genĂŒgt, das was Du ausgetestet hast, ĂŒber eine einfache Mitteilung in den Leib zurĂŒckzugeben,um in stimmiger AtmosphĂ€re bereits eine Regulation einzuleiten. Durch das punktgenaue Wort wird in einer ĂŒberraschenden Weise die .Ansprache der Person durch die Hand unterstĂŒtzt wird, wodurch das Vorgehen in der Atembehandlung abgekĂŒrzt und zielgenauer wird. Ja es ist manchmal gar nicht mehr feststellbar, ob nun die Ansprache durch das Wort oder  durch die Hand das Wirksame war. Jedenfalls hast Du mit Hilfe der Resonanzabgleiche die Atemarbeit bis an jene kulturell bedeutsame Spitze getrieben, an der das Wort in Atem und der frei in seinem Eigenrhythmus fließende Atem in das Wort ĂŒbergeht. Wie kam es nun dazu?

Die Resonanzabgleiche hatte der Karlsruher Frequenzforscher und Heilpraktiker Friedrich Ochsenreither entwickelt. Noch kurz vor seinem Tode (2002) hatte er mich in seine Arbeit eingeweiht. So kann man das wohl sagen. Ich wollte eigentlich nur mal selbst erfahren, wie das von ihm entwickelte Austesten funktio- niert. Ich kannte ja Ochsenreither seit Anfang 1989. Er kam damals zu mir, um meine Arbeit kennen zu lernen. Er suchte  fĂŒr die von ihm entwickelte Diagnostische Resonanztherapie eine ErgĂ€nzung. Wir hatten ein Jahr miteinander sehr dicht zusammen am Atem gearbeitet und hatten tiefe Begegnungen.Ich wurde durch Ochsenreither zu einer vertieften Auseinandersetzung mit der Alternativmedizin angeregt.So kann man sagen, dass ich in dieser Zeit ein Beobachter gewesen war, der es aber nicht selbst tun wollte, weil er seiner Atemarbeit gewiss war. Gerade nach dieser Kehre weiß ich besonders den einzigartigen Wert der Erfahrungsarbeit mit dem Atem zu schĂ€tzen. Sie wurde nĂ€mlich durch die Hinzunahme von Resonanz- abgleichen fĂŒr mich in anderer Weise in das Licht der Scheinwerfer gestellt..

Und das Austesten von belastenden Informationen hat bei Dir ohne Schwierigkeiten funktioniert?

Ja, ich war ĂŒberrascht, wie es sofort flutschte. Ich war offensichtlich durch die middendorfsche Atemschu- lung der Empfindung sowie der Entwicklung einer einlassenden SammlungsprĂ€senz bestens fĂŒr die Vor- nahme von Resonanzabgleichen vorbereitet. Damit konnte ich sofort loslegen. ZunĂ€chst war ich aufs Neue beeindruckt, wie stimmig die Ergebnisse der Resonanzabgleiche waren, nachdem ich nicht mehr nur von ihnen gehört hatte, sondern sie selbst vorzunehmen lernte..

Was meinst Du mit stimmig?

Ein Zutreffen, ein Zusammenpassen und ein Entsprechen der ausgetesteten Informationen. Das sind die drei Wahrheitskriterien, nachdem wir nicht nur unser Alltagsverhaltens orientieren. Mit solcher Stimmigkeit ar- beitet auch die psychologische Pragmatik. Die Frage der Stimmigkeit bereitete mir dabei nie ein Problem. Dazu war ich viel zu lange teilnehmender Beobachter und darĂŒber gab es fĂŒr mich auch dann nie den gering- sten Zweifel, nachdem ich selbst Resonanzabgleiche vornahm. Die eigentliche, nur ansatzweise bislang geklĂ€rte Frage stellt sich darum, was man mit diesen Informationen anfĂ€ngt.Hier öffnet sich ein ĂŒber die enge AtemfĂŒhrung hinausweisendes Feld, wobei zu beachten ist, dass die gewonnenen Informationen nicht in einem kausalen Sinne behandelt werden dĂŒrfen. Das an Raum und Zeit gebundene Kausalgesetz gilt nicht in diesem unmittelbaren Umgang mit dem Lebendigen. Er verlangt eine sehr offene und nicht-direktive Haltung. Da ich mit meiner Arbeit zufrieden war, ging ich nach dem Motto vor, versuchen wir es mal, was geht.

Auf der Ebene des seelisch-geistigen Informationsaustausches durch Resonanz existiert eine Ordnung in der Atembewegung, die Du im Anschluss an Ochsenreither „Animalogie der Atembewegung“ nennst, ohne mit dessen metaphyischen Annahmen ĂŒbereinzustimmen. Nach drei Jahren des Umgangs mit dem Aust- esten vermagst Du inzwischen in erstaunlicher PrĂ€zision Belastungen durch seelisch-geistige Information der Verletzung von AtemqualitĂ€ten zuzuordnen. 

Im Nachhinein erscheint alles recht einfach. Im Grunde haben alle Atemlehrer die Lösung der atempsycholo- gischen Frage in der Hand, wenn sie behandelt haben. Sie waschen sich nach einer Atembehandlung oder Atemmassage die Informationen ab und wehe dem, der das vergisst. Er muss dann die Belastungen seines AtemschĂŒlers selbst durchleben, der diese nicht mehr hat. Wir fĂŒhren im Grunde in der Atembehandlung das „GesprĂ€ch“ (Middendorf) um diese Informationen, die sich nach dem Resonanzprinzip im VerhĂ€ltnis von Innen und Außen austauschen.

Nur bleibt der seelisch-geistige Inhalt, den die Atemlehrer in der Hand haben ein Geheimnis.

Ich spreche sogar pointiert von einem „Geheimnis der Immanenz“. Dieses stellt sich paradoxerweise dann ein, wenn der Atem seine transzendente Kraft entfaltet. Der seelisch-geistige Inhalt einer Atemweise, durch die sich ein uns in seinem Informationscharakter ermittelbaren Konflikt auflöst, bleibt uns nĂ€mlich in der Atemerfahrung verschlossen. Denn wir können im entscheidenden Augenblick nicht mit unserem Ich dabei sein, weil wir just in diesem ins pure Erleben gekommen sind und durch die Atembewegung erfĂŒllt werden. ErfĂŒllung ist an die Empfindung gebunden und vom Innewerden eines seelisch-geistigen Inhalts zu unter- scheiden.  Auch letzteres kann Resultat des freiwerdenden Atems sein. Wir setzen uns dann, wenn die Atembewegung in ihrem Eigenrhythmus ins Fließen kommt, mit dem Ich nicht mehr der eigenen Leiblichkeit beobachtend entgegen. Unser Ich hat im Durchleben des gĂŒnstigen Augenblicks ausgespielt. Das Kairos definiet sich vielleicht am besten darin, dass das Ich nicht den eigenen Leib zum Objekt nimmt.

Du warst aber gerade dabei, die Frage vom unmittelbaren Praxisausgang aus zu stellen.

Ja. Wenn man von dem bis hinein in die Physiotherapeutenkreise anerkannten Sachverhalt ausgeht, dass die Belastungen des anderen in magischer Weise in die HĂ€nde des Behandlers als Information aufgenom- men sind, dann wird es recht einfach zu fragen: Kann man das, was man als Informationen in die Hand be- kommt, auch konkret identifizieren und in einem zweiten Schritt auch den Ort im Atemleib des AtemschĂŒ- lers zu ermitteln, in dem diese Information in einer bestimmen Weise auf Phasen des Atemrhythmus und der Energetisierung dieses spezifischen Atemraums wirkt?

Genau dies geht?.

Ja. darum geht es.

Doch dein Zulaufen auf die Atempsychologie scheint recht zögerlich gewesen zu sein. Derjenige fĂŒhlt sich von einer Kehrtwendung ĂŒberrascht, der Deine bisherigen BĂŒcher gelesen hat, in denen Du das erfahrungs- praktisch aufgeschlossene Atemgebiet leibtheoretish abgehandelt hast..Du hast eigentlich bislang die Psychologie Psychologie sein lassen und als markante Thematik die gegenseitige Neutralisierung des Seelischen und des Körperlichen in der Atembewegung aufgeworfen. Die Atembewegung war als BinnenrealitĂ€t fĂŒr Dich nicht als seelische Existenz, sondern in ihren strukturgesetzlichen Atemgestalten als sinnliche Mitte zwischen Innen- und Außenraum bedeutsam. Und sonderbar ist auch, dass Dich zudem eine seit 1989 andauernde Kooperation mit dem Mann verbunden hat, der diese Resonanzabgleiche als Human-Spektral- Diagnostik entwickelt hat. Warum kam das Ganze nicht frĂŒher?

Das lag einmal daran, dass ich einige selbstgestellte Aufgaben zu erledigen hatte und ich ĂŒberhaupt mit meiner Arbeit zufrieden war. Sie erschien mir auch in den höchsten AnsprĂŒchen gelungen, nachdem ich mich der Problematik der Heilhindernisse, diesem Thema der modernen Alternativmedizin, nĂ€mlich der Hemmung der Atembewegung durch biokompatible Zahnwerkstoffe gestellt hatte. An der Psychologie hatte ich selbstverstĂ€ndlich Interessen. Aber ich sah das haarige Problem, dass es keinen kurzen Weg zwischen Tiefenpsychologie und Atempsychologie gibt. Aber vor allem sah ich keinen Weg, in die Atemarbeit die Psychologie so zu integrieren, dass ich nicht das Kernanliegen der middendorfschen Atemlehre zerstöre. Wohl ahnte ich, dass die Lösung hierfĂŒr in dem Liegen könnte, was Ochsenreither entdeckt hatte. Aber ich wollte nicht dessen weltanschauliche Implikationen des “geistigen Wegs” ĂŒbernehmen. Derartige individual-religiöse EngfĂŒhrungen lagen mir fern.

Und was ist das Kernanliegen der Middendorfarbeit, das Du unbedingt bewahrt wissen wolltest?

Erfahrbarer Atem ist eine “gesammelte Atemweise”, durch die der Eigenrhyrthmus frei wird, weil ich nicht mehr denke, beabsichtige und will, sondern ich mich meinem Atem zur KlĂ€rung ĂŒberlasse. Ich sagte es bereits, dass das ein Akt des Erlebens und nicht des Ichs ist. NatĂŒrlich kann das treffende Wort den Eigenrhythmus freisetzen oder auch das Terrain dafĂŒr bereiten, dass der Atem zu sich kommen kann. Und tatsĂ€chlich ist es dann auch so, dass dieses treffende Wort durch Resonanzabgleiche gefunden werden kann und mitunter die einfache Mitteilung der ausgetesten Information oder auch eines ausgetesteten homöopathischen Medikaments genĂŒgt, dass der Atem in Fluß kommt. Auch das ist eien Erfahrung, die ich imme wieder mache.

Es war also einfach noch nicht die Zeit, sich dem Informationsthema selbst praktisch zuzuwenden?

Der gĂŒnstige Augenblick war noch nicht gekommen: Ich musste auch noch etwas auf die Überraschungen warten, als ich schließlich mit der Vornahme von Resonanzabgleichen begonnen hatte.

Hattest Du nicht sehr gut seit den AnfÀngen 1990 wahrgenommen, was Ochsenreither mit seiner Human- Spektral-Diagnostik entwickelt hat?

Doch. Doch. Und wir hatten immer wieder Phasen sehr intensiven Austausches. Ich sah zunĂ€chst die Un- terschiede. Ochsenreither machte eine Seelenarbeit und propagierte einen individualreligiös gebundenen geistigen Weg. Er ließ seine Klienten selbstsuggestive SĂ€tze sprechen. Er setzte eine positive Affirmation durch eine Art der neurolinguistischen Programmierung, um jene belastende Information aufzulösen, welche die Konfliktdynamik aufrecht erhielt. Das konnte - nicht nur wegen der Vorbehalte zu den von Ochsenreither gesetzten Interpretationen - nie und nimmer meine Arbeit werden. Das zeigte sich auch promt, als ich selbst mit den Resonanzabgleichen zu arbeiten begonnen hatte. Es sperrte sich in mir alles dagegen, so wie er vorzugehen.

Weshalb? Wegen der von Ochsenreither mitgelieferten religiösen VerstÀndnisse, auf welche er seine Re- sonanzarbeit zentrierte?

Das war fĂŒr meinen methodischen Atheismus, durch den hindurch ich meine Arbeit verstehe, mich nicht das Entscheidende. Ich konnte gegenĂŒber seinen ideellen Einpassungen der Testergebnisse auch deshalb gut Distanz halten, weil ich Ochsenreither gut als Person durch die Atemarbeit mit ihm kannte. Diese Distanz zu seiner weltanschaulichen BĂŒndelung in die wirklichen Lebensgesetze - so redete er - konnte sich des- halb rasch sortieren, nachdem ich in die Resonanzarbeit eingestiegen war. Meine Kritik an Ochsenreithers Vorgehen ist vielmehr grundsĂ€tzlicher. Er suchte KausalitĂ€ten auf einem Gebiet, auf dem es keine Kausali- tĂ€ten gibt. Daraus ergab sich fĂŒr ihn, der im Milieu der Frequenzen, der Informationen und Energien arbeitete immer wieder der Kurzschluss, dass er eine religiöse Wahrheit verkĂŒndete. Er meinte das wirklich so.Und in der Tat ist der Stoff, mit dem er sich beschĂ€ftigte, ja wirklich tauglich fĂŒr die privatreligiöse Predigt.

Könntest Du genauer erlÀutern, was Du mit KausalitÀten meinst?

KausalitĂ€t setzt einen klassischen aufs Volumen beschrĂ€nkten und ihm die Substanz absolut entgegen- setzenden Körperbegriff voraus. Wenn man aber vom leiblichen Charakter der Atembewegung ausgeht, so ist der klassische Volumenbegriff hinter sich gelassen.Zum einen wird der Körperraum zu einem qualitativ zu betrachtenden Feld, einem biologischen Terrain, auf dem energetische Ordnungen herrschen, wegen denen andererseits das eine in das andere ĂŒbergehen kann: Körperliches in Seelisches, Materielles in Soziales, Objektives in Subjektives, NatĂŒrliches in Soziales und umgekehrt. Die klassischen Trennungen und Dualismen, denen auch die neuzeitlichen Erkenntnissmittel entsprechen, werden hier in einem gemeinsamen Dritten ĂŒberwunden. Dieses gemeinsame Dritte ist der ‘Atemstoff.

Das körperliche Volumen wird also durch die Leiblichkeit hinter sich gelassen.

Leiblichkeit ist sensorische Relation zwischen BinnenrealitĂ€t und Außen. Die inhaltlich-geistige Substanz ist in Beziehung auf diese aufgelöst: Information ist das Stichwort, das ĂŒberhaupt nicht mehr in den dualistischen Gegensatz zu den Gesetzen der Physiologie, Anatomie und Neurologie gestellt werden darf. Vielmehr greifen wir ĂŒber den Atemstoff, in dem sich Energetisches und Informatorisches im Übergang zueinander zeigt, unmittelbar  auf das Lebendige zu. Dabei haben wir es also mit energetischen Ordnungen und Informationsaustausch zu tun, die sich aus einem jeweils gearteten sensorischen VerhĂ€ltnis von Innenraum und Außenraum gestalten. Dieses wechselseitig sich prĂ€gende VerhĂ€ltnis ist gestalthaft: Ich spreche hier von Atemgestalten, die durch die SubtilitĂ€t der middendorfschen Atemarbeit freizusetzen sind. Seelisch- geistige Belastungen wirken bei verletzten Atemgestalten. Und umgekehrt kann eine Vielheit von infomatorischen EinflĂŒssen, nicht nur seelisch- geistigen einzelner Individuen, auch gesamter Kollektive mit ihren unbewussten Affekten sowie Zahnmaterialien und Geopathien das energetische GefĂŒge der Atembewegung nachhaltig stören.

Kommen wir zurĂŒck zu der eigentlichen Praxis. Könntest Du darin die Unterscheidungen zu Ochsenreither ausweisen?

Zum einen war die bei ihm vorherrschende Direktive zu der gewĂ€hrenlassenden Anlage der Atemerfahrung unpassend. Ich hatte außerdem vor allem das GefĂŒhl, dass ich vom Atem weggehe und dessen Wesen verĂ€ußerliche, wenn ich Ochsenreithers Vorgehensweise gefolgt wĂ€re. Dazu hatte ich nicht den geringsten Anlass. Ich schĂ€tzte viel zu sehr, was den Kern der Atemarbeit aujsmachte: Ich betone deshalb nochmals: Auf dieses Atemwirken, bei dem das Ich nicht mehr dem eigenen Leib gegenĂŒbersteht, damit ist knapp das definiert, was man mit Edmund Husserl eine “phĂ€nomenale Situation” nennt, wollte ich nicht verzichten. Das war eigentlich der wesentliche Grund, weshalb ich lange Zeit kein BedĂŒrfnis verspĂŒrte, das Austesten zu er- lernen, um damit auch atempsychologisch zu arbeiten. Ich sah einfach gar keinen Weg das “Geheimnis der Immanenz” aufzusprengen” und musste erst eines besseren belehrt werden.

Verdeutliche bitte weiter, was Du mit „vom Atem weggehen“ meinst?. Ochsenreither hatte ja selbst bei sich an seinem Energiefluss gespĂŒrt, wenn bei Patienten die innerlich gesprochenen KraftsĂ€tze wirkten. Sowohl bei ihm als auch bei  diesen kam der Atem durch eine gelungene Arbeit ins Fließen. Das lag doch alles sehr dicht beieinander. Er hatte offenbar einiges von Dir aufgenommen. Warst Du blind.

Nein. Ich ging davon aus, das der Kern der Atemarbeit wie der jeder Therapie in der zwischenmenschlichen Begegnung liegt. So sah ich auch genau, dass diesen Ochsenreither auf seine Weise sehr wohl mit den ihm gelegenen Patienten zu realisieren verstand. Er war ein außergewöhnlicher Meister darin, die symbo- lische RealitĂ€t eines Menschen mit einem Wort zu treffen und ihm aufgrund der ausgetesteten Informationen eine stimmige Lebensgeschichte zu erzĂ€hlen, von der er nicht wusste. Er vermochte also in das unbekannte Innere eines Menschen, das der Hermetik der Person unterliegt, in einzigartiger Weise mit dem Wort hinein zu springen. Auch in der Atemarbeit geht es um diesen dem AtemschĂŒler selbst verschlossenen Bereich eines ihm und auch dem Therapeuten stets unbekannt bleibenden Innern. Ich sah auf dieser Ebene durch- aus die Parallelen, zumal Ochsenreither auch den Atem als Energiethema berĂŒhrte. Ich wollte aber auf die Begegnung in der Arbeit mit der Hand nicht verzichten. Man gibt doch das nicht auf, von dem man glaubt, bestens damit arbeiten zu können und auch den einen eigenen Grund fĂŒr seine Wirksamkeit gefunden zu haben. Außerdem hatte ich im Atemthema, das entdeckt nach dem ich aufgrund jahrelanger politischer Erfahrung auf menschenkundlicher Suche gewesen war. Das konnte mir keine Tiefenpsychologie anbieten, mit der ich mich mehrere Male intensiv aus- einander gesetzt hatte. Das erste Mal war das 1967. Aber auch in dieser Hinsicht gibt es eine ErfĂŒllung durch Ochsenreithers Inspirationen und seine Praxis.

Also um was geht es bei der Atemarbeit im Unterschied zu einer psychologisch-geistigen Arbeit?

Die Atemarbeit lebt davon, dass sie - wie bereits philosophisch angesprochen - den Menschen in einer “phĂ€- nomenalen Situtation” antrifft. in der symbolische Ereignisse und körperliche KreislĂ€ufe nicht voneinander geschieden sind. Weder der AtemschĂŒler noch der Atemlehrer stellen sich mit ihrem Ich diesem Zustand entgegen..Das geschieht in der psychotherapeutischen Hermeneutik des Wahrnehmens und Deutens, wo- durch sich der phĂ€nomenale Charakter der Situation auflöst. Der subtil auf alles reagierende Atem ver- stellt sich, wenn er vom eigenen oder fremden Ich beobachtet und wenn ĂŒber den Sinn einer Atembewegung re- flektiert wird. Die Atemarbeit gelingt nur, wenn beide, AtemschĂŒler und Atemlehrer, sensorisch aufeinan- der voll bezogen sind und ungebrochen durch das Bewusstsein in dieser eigenartigen sozialen Situation aufge- hen. Wenn die Bewusstseins aktivitĂ€t zugunsten des Erlebens untergeht, kann in der Gunst der Stunde die Atembewegung in ihrem endogen eingeschriebenen Eigenrhythmus frei werden.

Aber sind die Trennungslinien in der therapeutischen Praxis immer so scharf, wie Du sie theoretisch ziehst?

Im entscheidenden Moment einer Psychotherapie wohl ĂŒberhaupt nicht. Da spricht wohl etwas und kom- muniziert etwas miteinander, das als unbewusstes Geschehen angesehen wird und wohl ebenso diese Objekt-Subjekt-Beziehungen transzendiert. Die Person wird in ihrem ihr unbekannte Inneren angesprochen, wenn ihre Hermetik durch das Wort durchbrochen wird. Dieser Dujrchbruch bewirkt aber nur die ichlose Information in der Rede. Dies ist das Entscheidende, das auch Psychotherapeuten kennen. Bereits Freud war davon ĂŒberrascht, wie etwas reflexionslos aus ihm heraussprach. Aber man sollte um die Unterschiede wissen. Atembewegung bedeutet sensorische RĂ€ume auszugestalten, die sich im VerhĂ€ltnis von Innen und Außen verschrĂ€nken. Der Mensch muss im VerhĂ€ltnis von Innen und Außen als Person seine sensorisch-sinnenhafte Mitte finden. Doch dieser animalogisch gĂŒndenden Leiblichkeit steht die Kultur gegenĂŒber. Alle Konflikte der Seele entstehen nach Arnold Gehlen daraus, dass beim Menschen der umweltoffene und plastisch formbare Organismus selbst den Widerstreit zwischen Innen und Außen austrĂ€gt. Im atembewegten Innenraum ist dies ablesbar. Und dieser Konflikt wird aufgehoben, wenn der endogen eingeschriebene Atemrhythmus frei wird. Psychotherapie dagegen setzt am kulturellen Pool der menschlichen NaturbewĂ€ltigung an. Die Körperpsychotherapie sucht eine Vermittlung in dichter LeibnĂ€he oder auch nur mit einer leibpoetischen Komponente.

Verstehe ich richtig: Das, was Du hier als den eigentlichen Kern der Atemarbeit beschreibst, hat Paralellen zu jeder wirksamen Therapie. Aber Du willst zugleich diesen besonderen Atemkern gegenĂŒber psychothera- peutischen und auch körperpsychotherapeutischen Praktiken mit einer eigenstĂ€ndigen Wirkkraft legitimiert sehen und ĂŒberhaupt nicht auf ihn verzichten, weil es ja das war, was Du konntest?

Mich sollten die Resonanzabgleiche erst nĂ€her interessieren, nachdem mir vor Augen gefĂŒhrt worden war, dass die Weitergabe ausgetesteter Informationen bereits den entscheidenden Atemimpuls freisetzt. Und ich vermute inzwischen, dass es nicht einmal dessen bedarf. Dass es bereits genĂŒgt, wenn ich eine identifizier- te Testampulle in die Hand nahm und so eine Information in den von mir und dem AtemschĂŒler gemeinsam aufgebauten vital-pathischen Resonanzkreis einbringe. Mir sollte in der weiteren Arbeit unabweisbar vor Augen gefĂŒhrt werden, wie die Information, als Wort oder auch spĂ€ter als homöopathisches Medikament, atemwirksam ist, so dass ich auch durch den Atem selbst die Lösungen finden lassen und auf das verzich- ten konnte, was mir innerlich widerstrebte: Meine AtemschĂŒler selbstsuggestive SĂ€tze sprechen zu lassen. oder gar weltanschauliche Entscheidungen in die Arbeit mit meinen Patienten einzuschmugeln. Die Atem- arbeit widerspricht jeglicher Vermessenheit, das Richtige und Falsche fĂŒr den anderen wissen zu wollen. Und dementsprechend gehe ich auch mit seelisch-geistigen Informationen um, die ich als Belastung in erstaunlich konkreter Weise in ihrer leiblichen AtemqualitĂ€t ermitteln kann. Ich spreche da nicht nur von Energie und Energieverschiebungen. Durch das Wissen um die von Ilse Middendorf erschlossenen Struktur- gesetzlikchkeiten der Atembewegung kann ich sowohl die zeitlichen als auch der rĂ€umlichen Atemdimen- sion konkret benennen, in der eine belastende Information wirkt.

Also nochmals zur Vergewisserung:Du schließt demnach nicht aus, dass man auch in einer IchfĂŒhrung mit dem Atem arbeiten kann?

Im Gegenteil. Dies hĂ€tte einen körperpsychotherapeutischen Status, bei dem das Ich am Rande der Empfin- dung stĂŒnde, aber nicht in dieser wie bei einer gesammelten Atemweise untergehen wĂŒrde. Die Resonanz- abgleiche, die ich von Ochsenreither ĂŒbernommen und weiterentwickelt habe, indem ich ihre Ergebnisse differenzierter dem Atemgebiet zuzuordnen lernte, lassen sich auch fĂŒr eine Hermeneutik des Atems und des Körpers einsetzen. Mit dem Austesten kann die psycho-physische Indifferenz der Atembewegung auf- gebrochen werden, wodurch sich individuell vielfĂ€ltige Wege in der Arbeit mit ihr öffnen. Ich glaube, dass in der energetisch-informatorischen Dimension große Potenzen fĂŒr eine Kultivierung der menschlichen Natur liegen. Man wird auch sozialtheoretisch inspirierte Deutungs-, Verstehens- und Interpretationsfragen tiefer im Leib oder besser der Atembewegung zu stellen können, nachdem die frĂŒhen Inspirationen der Körper- psychotherapie, die als gesellschafts- und kulturkritische ErzĂ€hlungen im vergangenen Jahrhundert ein- drucksvoll entwickelt worden waren, inzwischen ausgereizt worden.sind. Es geht kaum mehr um die morali- schen Zugriffe, welche die Körperpsychotherapie ursprĂŒnglich antrieb. Die Umstimmung des NebensĂ€ch- lichen, das was man so gerne abtut und was der soziale Kollektivgeist mit seinen affektiv geladenen Ein- schwörungen gar nicht hören will, steht auf der Tagesordnung. Es ist das, was in der AtmosphĂ€re mit- schwingt und was die Körperpsychotherapie schon immer in der leiblichen Distinktion habhaft machen wollte, aber in der Informationsdimension der Atembewegung beheimatet ist.

Also Du meinst damit, dass man in der Arbeit am Atem erst am Anfang steht?

Ja. Nachdem die methodischen ZugĂ€nge und Möglichkeiten im vergangenen Jahrhundert erarbeitet sind, kann man sich auch von der Enge der einzelnen Atemschulen befreien.Da wird sich auch vieles eingeredet. Zwar gelingt mitunter außerordentlich Subtiles, aber das ist noch lange noch nicht in die sozialen Wirklich- keiten gestellt, in denen sich etwas zu bewĂ€hren hat. Ich versuche ja mit dem Begriff der Atemgestalten gerade die Schnittstelle zwischen dem NatĂŒrlichen und dem Sozialen zu erfassen. Wir sind ja nicht nur Sinnenwelt im VerhĂ€ltnis von Innen und Außenraum. Wir schaffen uns ja als Person auch eine sozial konso- lidierte Mitwelt, die in der die Einheit der Sinne stiftenden Atembewegung eingeht. Wenn bei jemandem durch einen Konflikt der RĂŒcken zugeht, also die Atemgestalt Hintergrund verletzt wird, dann stellt sich nicht nur die Frage um die individuellen FĂ€higkeiten, sondern auch nach ĂŒberindividuellen AffektkrĂ€ften, die in sozial bestimmten Beziehungen als unverrĂŒckbare Meinung bedient werden können und die den einzelnen recht hilflos machen.

Kannst Du ein Beispiel fĂŒr eine solche Herangehensweise geben?

Wenn ich die Atemgestalt Hintergrund vital-sensorisch leben kann, dann kann ich selbstverstĂ€ndlich han- deln. Alles was ich tue, ist unbefragt mit den ungeschriebenen Gemeinschaftsregeln im Einklang. Aber ge- rade diese lösen sich in der gegenwĂ€rtigen Zeit der sozialen UmbrĂŒche auf. Individuelle Konflikte mit Kollegen etwa in einer Schule brechen sich an kollektiven AffektivitĂ€ten. Viele erzeugen Zwang gegenĂŒber anderen, indem sie sich auf kollektive Voreingenommenheiten abstĂŒtzen. Wenn etwa die SĂ€tze “Ihr seid” oder “Deine (auslĂ€ndischen) SchĂŒler” gesprochen werden. Dann wird nicht als individuelle Persönlichkeit argumentiert, sondern als KollektivtrĂ€ger etwas gesetzt, was viele oder fast alle unreflektiert meinen. Diese Problematik hatte schon frĂŒh die durch die Atemarbeit inspirierte Themenzentrierte Interaktion von Ruth Cohen oder die Humanistische Psychologie erkannt, welche die unterschwellige Feindseelichkeit und das BemĂ€ch- tigen des anderen im normalen Umgang zurĂŒckdrĂ€ngen wollten. Wer sich dann fĂŒr etwas besonderes ein- setzt, sein eigenes BedĂŒrfnis anmeldet oder ĂŒberhaupt auch kreativ VorwĂ€rtsweisendes tut, der ist in Be- drĂ€ngnis gebracht und zermĂŒrbt. Das Ausgebranntsein ehemals engagierter Lehrer hat darin seine Ursache. Man findet bei ihnen immer wieder Festhaltungen in der hinteren Mitte im Übergang zum Herzraum, die dann mit dentalen Belastungen oder anderen Kopfherden hartnĂ€ckige Symbiosen eingehen, die als Heilhin- dernis wirken und allein durchs Atmen kaum noch auflösbar sind..Das Mobben in seinen vielschichtigen Schattierungen bedient ebenso das kollektive Unbewusste, dessen Aktivierung isoliert und den Betroffenen ebenfalls mit dem RĂŒcken an die Wand stellt. Die Ergebnisse eines Mobbings sieht man in der RĂŒckenbelastung, die schulterbetont ist.

Du sagst aber auch, dass es gerade die Zerstörung von sensorischen Atemgestalten es ist, die dann die Person im Resonanzfeld ungeschĂŒtzt lassen und ihn seelisch-geistigen Informationen ausliefern.

Die einströmenden Belastungsinformationen sind durch Resonanzabgleiche prĂ€zise benennbar. Man kann das Resonanzfeld einer Person in einer Beziehung, einer Gruppe oder auch der Familie austesten und ge- nau im Atemleib verorten, wie was wirkt, wie ein Atemzentrum betroffen ist, die sensorische Leibgrenze durchlöchert wird, Atempahsen gestört werden. Dazu kann man auch ausgleichend Homöopathika austes- ten, die man bei einem gezielten Üben in der Hand hĂ€lt.

Kommen wir zurĂŒck zu Deinen Sperren, sich auf die Ochsenreitherarbeit einzuiassen. Bei Dir strĂ€ubte sich zunĂ€chst also alles, sich auf einen geistigem Weg zu begeben. Was war geschehen?

Ein Durchbruch.

Was ist ein Durchbruch?

Ein Durchbruch leitet einen kreativen Akt oder auch wie in meinem Fall einen kreativen Lauf ein. Der Durch- bruch öffnet den Blick auf den eigenen Weg. Um diesen zu begehen muss man eine Kehre einlegen. Denn der eigentliche Sinn des Durchbruchs liegt ĂŒberhaupt nicht darin, dass man mit ihm ein unbekanntes Neu- land betritt. Das kann erst spĂ€ter kommen. Der unmittelbare Sinn eines Durchbruchs liegt zunĂ€chst darin, dem vielen wieder zu begegnen, an dem man sich zeitlebens gestoßen hat. Auf dieses öffnet sich eine völlig verĂ€nderte Sichtweise, weil sich durch den Durchbruch zunĂ€chst das eigene unbekannte Innere gemeldet hat. Wovon man in seiner biografischen Geschichte affiziert worden war, aber was man hat liegen lassen mĂŒssen, kann nun aufgehoben und mitgenommen werden. Der Atem eines Menschen ist mit dem schon gefĂŒllt. Aber nun kann er sich verdichten, indem man zu dem bereits Gekannten zurĂŒckgeht. KreativitĂ€t verlangt den RĂŒckgang sagt der WĂŒrzburger PhĂ€nomenologie Hans Rombach. Durch den RĂŒckgang können sich die vereinseitigten Spannungsextreme des Atems integrieren und zu einer geballten Ausatemkraft verdichten. (siehe auch dazu den Aufsatz Durchbruch und RĂŒckgang)

Was geschah?

Ich hatte endlich meine eigene Bibliothek mit den Testampullen erhalten, nachdem ich ein halbes Jahr lang mit den Referenzampullen von Ochsenreither gearbeitet hatte. Ich war nahe dran, es wieder bleiben zu las- sen. Da rief mich eine ehemalige AtemschĂŒlerin, eine Schauspielerin, an, mit der ich bis zu ihrem Wegzug von Karlsruhe drei Jahre sehr intensiv zusammengearbeitet hatte. Ihre Tochter hatte eine GĂŒrtelrose gehabt und sie hatte sich daraufhin auch mit dem Virus infiziert. Sie war eine Zeit lang linksseitig gelĂ€hmt gewesen und hatte noch SchwindelanfĂ€lle. Sie wollte sowieso zu ihrer Freundin nach Karlsruhe fahren und so sagte ich ihr, sie solle doch dann vorbeikommen, ich will mal versuchen, auszutesten, vielleicht finde ich etwas und vielleicht geht etwas.

Und was hast Du ausgetestet?

Als Anlass der Erkrankung ergab der Resonanzabgleich: „Auf ein Kind mit fĂŒgungsmĂ€ĂŸigem Partner ver- zichtet“. Prompt war ich auf das Leib- und Magenthema von Ochsenreither gestoßen, das ich aber anders als er bewertete. Ich fragte nach ihren MĂ€nnern. Da musste es ja einen Partner gegeben haben: Als ich ihr dann den ausgetesteten Namen sagte, stöhnte sie in einem resignierten Ton auf: „Ach ja, das war meine große Liebe“. Zu diesem Mann, mit dem sie in Berlin eine glĂŒckliche Zeit zusammengelebt hatte, einem SĂ€nger, sollte sie nach dessen RĂŒckkehr in die USA nachkommen, um mit ihm eine gemeinsame Existenz aufzubauen. Sie versprachen sich einander. Aber sie traute sich dann doch nicht und ließ alles schleifen.

Und welche Informationen hast Du noch ausgetestet?

“Von den Eltern in seiner Not allein gelassen“. Diese Information traf auf die verletzte Atemgestalt Wurzel- kraft, die sich um die Zentrierung des Atemraums aufbaut, der auf der Ebene der HĂŒftgelenke liegt und Atemantriebe mit verpflichtet, welche besonders der GelenkĂŒbergĂ€nge bedĂŒrfen. Wir erreichen diese Zen- trierung mit dem “Z“ oder “S”. Man spricht im Yoga vom Wurzelchakra. Wir kennen in der Middendorf-Arbeit den Aufbau einer kompakten StabilitĂ€t, wenn die Gelenkachsen entwickelt werden. Das mit dem „Z“ an- sprechbare Wurzelzentrum liegt unterhalb des Atemimpulspunktes, der mit dem körperlichen Schwerpunkt zusammenlĂ€uft. Wir sind ĂŒber dieses Atemzentrum also verwurzelt und nicht nur ĂŒber die Schwerkraft sen- sorisch im Raum positioniert.

Um einen Konflikt testet man in der Regel eine Informationskette mit etwa einem halben oder ganzen Dutzend Gliedern aus. Der Resonanzabgleich wird nicht willkĂŒrlich beendet. Er kommt mit der Information zum Abschluss, die sich wiederholt. Diese wiederkehrende Information gibt den Aufschluss ĂŒber die Thematik und im daran anschließenden Resonanzabgleich auch den Atemort, anhand welcher bzw. an welchem sich der Konflikt auflösen lĂ€sst. Und was waren die weiteren Informationen, die durch ochsen- reitherschen Resonanzabgleich identifiziert hattest?.

Gar nichts mehr testete ich aus. Ich kam ich gar nicht mehr weiter. Ich stand da mit diesen beiden Refe- renzampullen in der Hand und das schien wie ein Katalysator zu wirken. Sie redete. Über ihr ungeschĂŒtztes VerhĂ€ltnis zur psychisch fragilen Mutter und ihrem im Quartal saufenden KĂŒnstlervater und sah auch auf mein Nachfragen, dass sie sich Ă€hnlich distanziert-gleichgĂŒltig wie ihre Mutter zu ihr nunmehr selbst zu ihrer Tochter verhalten hatte. Es war offensichtlich. Es hatte ihr an Geborgenheit gemangelt und ihr fehlte auch noch heute die nötige Selbstgeborgenheit. Wegen dieser Unbehaustheit sollte sie in der Nabelkraft auch dann noch blockiert bleiben, als sie zusammen mit ihrer Tochter in die USA nachkommen wollte. Nach einer halben Stunde stand ich immer noch da mit meinen Referenzampullen in der Hand. Ich hatte dazwischen nur einige Fragen gestellt. Kurzum: die AtmosphĂ€re war gefĂŒllt und die alte therapeutische SphĂ€re, die wir in den drei Jahren unserer Zusammenarbeit aufgebaut hatten, war zum erneuten Bewohnen aktiviert worden. Ich sagte dann, ich wĂŒrde mal gerne nach dem Atem sehen und anfangen mit ihm zu arbeiten.

Und wie ging es weiter?

Ich bat sie, sich auf den RĂŒcken zu legen und sprach mit den HĂ€nden vom Lendenwirbelbereich aus ihr Nabelfeld an. Ich hatte die Intuition, dass dort der Konflikt aufzulösen war. Es dauerte keine Minute und plötzlich entstand das typische Schwingen des Peripherieatems, das ĂŒber eine gefĂŒllte Pause einen Wandel vorbereitet. Ihr Atem explodierte daraufhin geradezu.

Und was war aus ihrem Schwindel geworden?

Schwindel bedeutet sensorischer Raumverlust. Die Spannung zwischen Innen und Außenraum kann nicht mehr gehalten werden, weil der Binnenraum nicht mehr gewiss ist. Am nĂ€chsten Tag besuchte sie mich auf dem Fahrrad.

Sie hatte also ihren Eigenraum wiedergewonnen?

Ja und auch eine enorme FĂŒlle zeigte sich nunmehr in ihrer Atemnbewegung, wie ich sie nicht gekannt hatte. Ihr Atem war mir frĂŒher zu vegetativ und zu wenig tonisch organisiert gewesen. Das sollte sich nun nach dieser Behandlung verĂ€ndert haben. Aber vor allem war ich ĂŒberrascht, wie nun die Arbeit mit den seelisch-geistigen Informationen meine Atemarbeit beschleunigt hatte und es zur menschlichen Begegnung in der Atembehandlung kommen konnte. Nun begann ich mich wirklich fĂŒr Ochsenreithers Arbeit zu interes- sieren. Ich ließ es einfach laufen und wurdein den vergangenen Jahren jeden Tag neu ĂŒberrascht und be- schenkt. Die Testhomöopathie trat und all die Themen, welche Ochsenreither in einer radikalen Einseitigkeit betrachtet hatte und immer auf der unerfĂŒllten Suche nach KausalitĂ€ten war, traten Schritt fĂŒr Schritt hinzu und fanden als Informationsbeziehung einen AtemrĂŒckhalt. Und nicht zuletzt konnte meine an der Atem- bewegung orientierten Resonanzabgleiche auch systemtherapeutische Elemente (Famiien und Gruppen) integriert werden.

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