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Stimmigkeitskriterien von ermittelten Informationen

[ResonanzphĂ€nomene] [Homöopathie] [Odonten] [Heilhindernisse]

aus dem Manuskript zu dem geplanten Buch “Atem und Information. Im vital-pathischen Resonanzkreis”.

Markus Fußer im GesprĂ€ch mit Myriam Bernardi

Inhalt:

 Die Information in der Atembewegung
Stimmigkeit
Biographisch eingegraben
Triftigkeit 
Hermetik und Hermeneutik 
Ich-Abbau und Empfindungslosigkeit
An der Grenze 
Entsprechen
 

 


Die Information in der Atembewegung

Du sprichst von einem einfachen Grundmodell des Testens, das wiederholt angewandt einen Kranz von in der Regel etwa sechs bis zwölf Informationen ergibt. Es können aber auch mehr sein. Du nimmst mit Dei- ner Hand Informationen am Leib eines Klienten ab und identifizierst ihren informativen Belastungsgehalt anhand einer Referenzliste. Diese Vorgehensweis, in der Dein eigener Leib zu einem empfindungsprĂ€gnan- ten und tĂ€uschungssicheren Resonator werden kann, haben wir an anderer Stelle ausfĂŒhrlich besprochen (vgl. hierzu „Der Resonanzabgleich“).Es hat den Anschein, dass Resonanzabgleiche immerzu fortgesetzt werden können. Wodurch weißt Du, wann aufzuhören ist?
Wenn sich eine Information wiederholt. Und das geschieht in der Regel innerhalb der besagten Zahlen, manchmal auch schon nach zwei oder drei Tests. Dann ist in dieser Situation das Thema ausgereizt. Aber mir stellt sich auch die Möglichkeit des sofortigen Abschlusses, nachdem ich den Anlass eines Konfliktes herausgefunden habe. Ich kann zur Atemarbeit ĂŒbergehen, indem ich das, was der Atemleib an Informationsgehalten preisgab, an diesen durch das Wort zurĂŒckgebe.

Du teilst also einfach das Ergebnis des Testes mit und diese mitteilende RĂŒckgabe genĂŒgt?
Es genĂŒgt zumindest oftmals, ohne dass noch weiteres hinzugefĂŒgt werden mĂŒsste. Wir wir haben hier offenbar den Punkt, wo Information wirkt, also das Wort unmittelbar in den Atem ĂŒbergeht und offenbar auch umgekehrt vom Therapeuten, durch dessen Atem das Wort gefunden wird. Aber ich gehe nicht so vor, das ich mich frage, was ich nun machen muss. Es findet einfach intuitiv statt und ich kann vielleicht gar zugespitzt sagen, es ist eine Ebene des Sprechens ohne Objekt und ohne Subjekt. Es geschieht einfach wie es auch in der gelungenen Atembehandlung stattfindet.

Was ist noch möglich?
Wenn ich außerdem eine belastende Informationen mit Hilfe des Resonanzabgleichs in Beziehung zur inneren Gliederung der Atembewegung setze oder auf diesem Wegen noch zusĂ€tzlich ein die Belastung ausbalancierendes homöopathisches oder isopathisches Mittel ermittle, bieten sich mir verbesserte Mög- lichkeiten an, ebenfalls direkt am Atem weiterzuarbeiten, ohne die weiteren seelisch-geistige Informations- ströme detailliert auszutesten. Die Atemarbeit kann durch ein auf dem Wege des Resonanzausgleichs ausgetestetes Mittel enorm befördert werden. Hierzu wird das eruierte Mittel weiter im Resonanzkreis mit dem AtemschĂŒler gehalten. Das geschieht einfach dadurch, dass es ihm in die Hand gegeben wird. Dadurch kann die Atembewegung sehr gezielt in der belastenden Leibpartie aktiviert werden, wodurch die ausgetestete Belastung besser in der Atembehandlung aufgelöst werden kann. Wenn man diese Punktierung der Atembehandlung betrachtet, so erschließt sich die eigentliche informatorische Tiefe der middendorfschen Atembehandlung, die als „ein GesprĂ€ch ohne Worte“ eine andere Sprache meint, als uns ĂŒblich ist.

Du meinst damit, es sei eine Sprache um die Informationswertigkeiten, die in der Empfindung stecken. 
Man muss sich diesen bewusstseinstheoretischen Sachverhalt klar machen. Bislang war es kaum möglich und es mutete eher beliebig an, wenn man die Bedeutung einer Empfindung entschlĂŒsseln wollte. Die Gren- ze liegt bereits darin, dass eine Empfindung nur schwer dem Wort zugĂ€nglich ist, auch wenn sie noch so differenziert in ihrer PrĂ€gnanz erlebt wurde. Im Grunde sind Empfindungen im individuellen Erleben zwar unterscheidbar aber als solche nahezu unkommunizierbar. Mit der von Friedrich Ochsenreither entwickelten und von mir fortgefĂŒhrten und auf die AtemqualitĂ€ten bezogenen Methode des Resonanzabgleichs ist es nun möglich, den informatorischen Gehalt zu ermitteln, der auf der Empfindungsebene angelegten prĂ€verbalen und prĂ€kognitiven Wertung zu identifizieren, ohne diese vorschnell mit dem RationalitĂ€tsreich der bewussten Wahrnehmung zusammenlegen zu mĂŒssen. Wir können einfach innerhalb der Möglichkeiten der Atemarbeit bleiben.

Du verweist nicht nur auf die Integration des Resonanzabgleichs, sondern auch der Möglichkeit einer homöopathischen Informationszufuhr in die Atemarbeit. Außerdem hast Du Dich von gruppen- und familien- therapeutischen AnsĂ€tzen zu Resonanzabgleichen anregen lassen.
Es gibt hier die verschiedensten Möglichkeiten zur Fokusion, um Konflikterfahrungen eines Menschen durchzuklĂ€ren. Ich suche dabei immer den Bezug auf deren Erscheinung im Atem. So erweist sich die Atembewegung als die entscheidende Hintergrundsempfindung, die einerseits die Einheit der Sinne integriert oder auch desorganisiert und andererseits als eine soziale FaktizitĂ€t, in der das Kulturelle in das NatĂŒrliche ĂŒbergeht.

Der Resonanzabgleich kann auch – wie bereits benannt und an der eben angefĂŒhrten Stelle geschildert – in einer Reihe von etwa sechs bis zwölf Tests vollendet werden. Die dadurch entstehende Informationskette kann im Anlass und Abschluss zu einem Kranz gebunden sein. Die erste und die letzte Information erscheinen dabei zunĂ€chst als die wichtigsten AuskĂŒnfte.
Die erste ausgetestete Information fĂŒhrt uns zum Anlass eines Konflikts, einer BedrĂ€ngnis oder eines Unwohlseins. Doch diese LinearitĂ€t einer einfachen Testreihe kann immer wieder aufgesprengt werden. Man kann im Grunde jeder identifizierten Information nochmals getrennt nachgehen und findet Verdichtungen in Beziehung auf andere Personen, Familienangehörige, Kollegen, Freunde, Partner, Rivalen. Die einfache Route des Austestens wird von Abwegen, Seitenpfaden und Aufstiegen gekreuzt. Wenn in Abzweige eingebogen wird, fĂŒhrt dies oft in angelagerte Konfliktgebiete. Bei spĂ€teren Resonanzabgleichen können sich diese zunĂ€chst ins Abseits fĂŒhrenden Hinweise in anderen konfliktprodu­zierenden Grundstrukturen wiederholen.  Man findet dann Zusammenfassendes.

Du bearbeitest demnach nicht alles, was Dir in einer Sitzung auffÀllt.
Ich kann mir Zeit lassen, weil die Atemarbeit ein ĂŒbendes Verfahren ist. Deshalb entscheide ich intuitiv aus dem Rahmen der Atemarbeit, wann ich etwas liegen lasse und einfach am Atem weiterarbeite oder einem Problem weiter in der unendlichen Tiefe der Seele mit Hilfe des weiteren Austestens nachsteige, ob ich es mit Hilfe eines homöopathischen Medikaments im Atem durchklĂ€re.

Du erwĂ€hntest bereits. Der Resonanzabgleich erschöpft sich gegenĂŒber einem veranlassenden Konflikt. HierfĂŒr gibt es ein erstaunlich einfaches Kriterium. Erstaunlich deshalb, weil  in der Regel nach sechs bis 12 Resonanzabgleichen in einer Informationsreihe dieselbe Information aus fast tausend gelisteten Informationen wiederholt. Das kann ja kein Zufall sein.
Das Ende ist angesagt, wenn eine Informationen im Testvorgang wiederholt ermittelt wird. Aus einer derartigen Abschlussinformation gewinnt man den Hinweis, wie und mit der dazugehörigen Leibpartie auch wo der Konflikt aufzulösen ist. Die herausgefundene Information ist negativ, aber sie fĂŒhrt uns auch zu jener Affirmation, mit deren Hilfe eine Loslösung von dem gesamten Belastungskomplex auf seelisch-geistigen Weg zu finden ist. Ich lasse diesen in der Regel durch die Atembewegung klĂ€ren, was eine durchs Üben am Atem qualifizierte Haltung zu sich selbst voraussetzt. Der AtemschĂŒler kann die mögliche Lösung leichter finden, wenn er durch meine HĂ€nde in dem belasteten Atemraum als Person angesprochen werden kann. Dabei kommt es nicht einmal darauf an, dass dem AtemschĂŒler sofort die entsprechenden seelisch-geistigen Orientierungen aus dem freiwerdenden Atem inne werden. Wenn etwas durch den Atem in Bewegung gekommen ist, kann sich auch eine KlĂ€rung ohne einen eindringlichen Bewusstseinsgehalt ergeben. Durch die Atemerfahrung kann sich ein zermĂŒrbender Konflikt einfach in Luft auflösen.

Um das Therapieren geht es Dir nicht?
Ich will nicht einmal im ĂŒblichen Sinne heilen. So hoch ins Wundersame will ich nicht und ich kann auch nicht zum Aufstieg zu so einem Gipfel ansetzen. Das Atmen ist nicht die bessere Pille und die seelisch- geistige Aufhellung nicht der ursĂ€chlich wirkende Eingriff. Wir mĂŒssen die uns vertrauten VerstĂ€ndnisse auf die Seite legen, wenn wir die heilkundlichen Aspekte meines Tuns betrachten. Mit geht es vordringlich darum, die personale Vermitteltheit im Atemgeschehen wirken zu lassen. Ich sage: ich wirke als Mensch und nicht als Therapeut im heutigen Sinne. Ich gehe als Mensch mit. Also nicht das wundersame Austesten ist das Eigentliche. Auch nicht der aufklĂ€rende EnthĂŒllungscharakter ist wesentlich. Es gilt vielmehr den in meinen AktivitĂ€ten liegenden Personenbezug zu begreifen. Nur durch ein Begegnen kann sich letzendlich das das Wirken von SelbstheilkrĂ€ften entfalten, das jenseits der KausalitĂ€t der Wirkungen schulmedizini- scher Therapie liegt. Selbst in dem Fall, in dem biologisch inkompatible Zahnwerkstoffe aus dem Mund genommen wurden und daraufhin eine Krankheit verschwand, darf man nicht sagen, dass die Zahnwerkstoffe die Ursache der Erkrankung waren, wenngleich es die Empirie so nahe legt. Zahnwerkstoffe haben lediglich die mit der Atembewegung gegebenen Kreisprozesse gestört. In einem solchen Fall sind meine Behand- lungsanteile allerdings sehr bescheiden. Die Atemarbeit gibt selbstverstĂ€ndlich viele Hilfen, um Funktions- störungen zu ĂŒberwinden und das Kranksein besser zu bewĂ€ltigen. Aber ich betone immer wieder: der Kontakt fĂŒhrt das (Atem)GesprĂ€ch weiter und die Begegnung in der Atembehandlung ruft die Person auf. Durch die Ansprache des anderen können Selbstheilungsprozesse eingeleitet werden. Ob diese Möglichkeit durch eine Person eingelöst werden kann oder nicht, ist von Bedingungen abhĂ€ngig, die außerhalb des VerhĂ€ltnisses zu mir liegen.

Du betonst mit der Begegnung das personale Moment. Dir genĂŒgt nicht die schulbare SensitivitĂ€t des Testens.
Begegnung ist nicht erlernbar. Sie geschieht. Es ist diese sich leiblich einpassende MedialitĂ€t, durch wel- che die Person hindurch wirkt. Begegnung ist von der SensitivitĂ€t zu unterscheiden und geht auch nicht in der PrĂ€senz auf, welche die Person in der Begegnung aufmerken lĂ€sst. Beides aber gehört als gesteigerte Höchstform in der heilenden Begegnung hinzu. Aber doch gilt auch: Begegnen können sich auch Per- sonen, die ĂŒberhaupt nicht sensitiv sind. Sie mĂŒssen einfach zusammenpassen und eine AffinitĂ€t in der Pathie entwickeln. SensitivitĂ€t und die FĂ€higkeit zur Sammlung benötigt man fĂŒrs Austesten und auch fĂŒr die normale Atembehandlung, wie sie von Ilse Middendorf und anderen entwickelt worden ist.

Achtsamkeit und SensitivitĂ€t können in einem gewissen Maße aber durchs Üben erworben werden.

Damit ist aber noch nichts gewonnen – weder in der Resonanzarbeit noch in der Atemerfahrung. SensitivitĂ€t kann auch mit einer Kontaktlosigkeit gepaart sein, wenn sie einem habituellen Fluchtverhalten mit seiner Untertonisierung geschuldet ist. Dann spĂŒrt man in seiner Abwehrlosigkeit zuviel. Hier droht der Zerfall und die SelbstzerrĂŒttung. Zur Begegnung kann es nur kommen, wenn der Kontakt durch die SensitivitĂ€t zu einem begleitenden Mitgehen mit dem anderen wird, bei dem beide eine gewisse Hingabe und Achtsamkeit zueinander realisieren. Nicht nur dessen Leiblichkeit wird sensorisch erreicht. Auch eine vom Leib getragene PrĂ€senz ist erforderlich, die das Wichtige halten kann. Aus dem Aufmerken im empathischen Austausch mit dem anderen kann die leibliche Erinnerungsfunktion aktiviert werden, ĂŒber die es der Person möglich wird, das bei ihr bislang unbekannt Schlummernde anzunehmen und in den Austausch zwischen dem Eigenen und Fremden einzubringen.

Du spracht hier von den allgemeinen Bedingungen der menschlichen Begegnung?
Ja. Aber auf sie stĂ¶ĂŸt man unabdingbar, wenn man das Wesen der Atembehandlung begreifen will. Bei ihr wird das Medium Atembewegung direkt angesprochen, das aber bei jeder Begegnung wirksam ist, in welcher eine NĂ€he zu einem anderen Menschen entsteht. Insofern geht die Atembehandlung in etwas allgemein Menschlichem auf. Bei der Atembehandlung kommt noch die FĂ€higkeit des Behandlers hinzu, sich mit seinen spĂŒrenden HĂ€nden in die Atembewegtheit einzuschmiegen und sich dabei in aller SelbststĂ€ndigkeit kohĂ€rent mit der sensorischen Leiblichkeit des AtemschĂŒlers zu verschrĂ€nken. Das bedeutet dass er in sich ruht und zugleich im Außen sein kann. Damit wĂ€ren die Bedingungen genannt, auf Grund derer in der menschlichen Begegnung der Eigenrhythmus eines Menschen frei werden kann.

Dir geht es also darum, die Frage, ob eine ausgetestete Information auch zutrifft, nicht durch ein erkenntniskritisches Wahrheitskriterium zu beantworten. Du willst sie, mit der um die Wirksamkeit auf die Atembewegung verknoten.
Verknoten ist ein treffendes Wort, weil es auf das nichtlineare Netzförmige hinweist, innerhalb dem das Informatorische der biologischen Mikroenergie transportiert wird.
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Stimmigkeit

Wenn sich eine derartige KomplexitĂ€t im Resonanzabgleich auftut, stellen sich Fragen der Evidenz. Du betonst dabei Deinen AtemrĂŒckhalt, an dem sich entscheidet, ob etwas geht oder nicht geht und der auch ein eigenes Feld zur ÜberprĂŒfbarkeit darstellt, welches jenseits einer reinen Arbeit mit den Resonanzabgleichen fĂŒr das Einschlagen eines geistigen Weges liegt. Doch es muss auch beim Testen interne Kriterien der Evidenz geben.
Es geht um eine Stimmigkeit, die mein weiteres Tun anleiten kann. Das eine wichtige Stimmigkeitskriterium des Testens ist das Zutreffen der identifizierten Information. Das andere ist das Zusammenpassen verschiedener Informationen in einem Informationskranz, ohne dass wir deren Zutreffen gewiss sein können. Außerdem haben wir noch Entsprechungen zur Atembewegung oder zu anderweitigen Informationen aus schematischen Ordnungenen. Zutreffen, Zusammenpassen und Entsprechen sind Beziehungen der Gewissheit, den wir im Alltag normalerweise das Handeln und Verhalten folgen lassen können, weil etwas offenkundig und klar zutage liegt. Stimmigkeit ist ein einfaches Evidenzkriterium. Es genĂŒgt sicher nicht den empirischen HĂ€rtungen, die eine wissenschaftliche Studie den Fakten verleiht.

Du siehst also keinen Evidenzmangel?
Im Gegenteil. Eine dinglich FaktizitĂ€t kann im energetischen Atembereich jedoch nicht erfasst werden. Wir bewegen uns in einem flukturierenden Informationsstrom, weshalb die Kausalgesetze der jederzeitigen Wiederholbarkeit an jedbeliebigem Ort nicht gelten können. Immanuel Kants Revolution der Erkenntnis- theorie verbot dem Ich geradezu, unmittelbar im Empfindungsstoff schöpfen zu wollen. Er konstituierte deshalb ein transzendentales Ich. Das heißt, dass wir uns auf einem recht gefĂ€hrlichen Terrain bewegen, wenn wir wegen der Resultate empfindungsprĂ€gnanter Resonanzabgleiche SchlĂŒsse ziehen wollen. Doch ich verirre mich nicht in Denkoperationen der KausalitĂ€t. Ich kann glĂŒcklicherweise beim Atmen bleiben bzw. zum Atmen zurĂŒckgehen. Dies ist mein großer Vorteil gegenĂŒber aller Esoterik. Dort wird der gravierende Fehler gemacht, im Informationsstoff selbst Ordnungen zu suchen. Das ist hanebĂŒchend.

Hinter die geschichtlich erschlossenen RationalitĂ€tskriterien der Modernen, die sich der Differenz von Wahr- nehmung und Empfindung verdanken, willst Du ja auch nicht zurĂŒck. In Deiner Schrift „der atembewegte Leib“ zeigst Du eine Möglichkeit jenseits der Beliebigkeit eines Empfindungssubjektivismus und verweist auf die Gliederung der Atembewegung durch Atemgestalten.
Man kann nur mit Hilfe eines theoretisch reflektierten AtemverstĂ€ndnisses weiterschreiten. Dieses gibt dem Resonanzabgleich eine StĂŒtze. Mit seiner Hilfe kann nur nach PlausibilitĂ€tsgrĂŒnden erschlossen werden, die jedoch um so stĂ€rker zĂ€hlen können, je tiefer die theoretische Durchdringung eines vorliegenden Erfahrungs- stoffs gelungen ist.  Doch meine Argumentation soll nicht defensiv sein Mit den Resonanzabgleichen kön- nen wir die Gehalte von Lebendigem aufschließen, zu welchen keine wissenschaftliche Analyse vorzu- stoßen vermag. Informationsermittlungen sind keine dem Beliebigkeitsprinzip unterliegende Anpeilungen einer Sache mit dem Daumen. Sie sind – versteht man damit umzugehen – prĂ€ziser. Vieles was alternative Testmethoden mit GerĂ€ten und auch wissenschaftlich anerkannte Tests gar nicht zu eruieren vermögen, kann durch Resonanzabgleiche mit ĂŒberraschender Stimmigkeit festgestellt werden. Mit sagen ĂŒbrigens meine AtemschĂŒler immer, dass ich viel prĂ€ziser und genauer in meinen Ergebnissen bin, als das, was alternative Testmethoden ermitteln können.

Du ziehst eine Zwischenebene fĂŒr die Betrachtung des Informationsproblems ein: Die Atemgestalt. Dir ist es wichtig zu betonen, dass die Atembewegung mehr als nur ein einfaches Weit- und Schmalwerden im Atemraum, dessen zeitliche Dimension wir als Atemfrequenz aufzeichnen können. Diese ist aber nur schwer zu interpretieren.
Bei der Betrachtung der Zeitlichkeit gibt es drei Grundformen. Wir kennen die zeitliche Atemform als Sinuskurve, die dem Kontakt zugehörig ist. Die Atemweise der Konzentration kann als eine Zick-zack-- Bewegung aufgezeichnet werden kann. Und die Girlandenform verweist uns auf die Ruheatmung. Alle anderen Atemformen leiten sich daraus ab. So einfach kann das sein. Außerdem gibt es im Zusammenhang von grundlegenden Bewegungsstrukturen und Atembewegung typische Beziehungen (vgl. hierzu das Schaubild zu den verschiedenen Atemfrequenzen sowie das Schaubild zu den
Organmerdianen. Aber auch in diesen sind diese drei Grundstrukturen enthalten. Diese verrechenbare Zeitordnung der Atembewe- gung wird durchsichtiger, wenn man sie auf die AtemrĂ€umlichkeit bezieht. Aber das wird dann sehr kom- pliziert. Im Grunde bleibt es nur direkt durchsichtig, wenn Fehlformen betrachtet werden. Die energetisch- informatorischen Bedeutungen können aber nicht in derartiger Dinglichkeit der Physiologie eingefangen werden. Sie bewegen sich auf der Ebene von Strukturprinzipen des Lebendigen, deren Aufbau und deren Zerfall. Wir sprechen in diesem energetischen, leiblichen und nichtdinglichen Sinne von Atemgestalten.

Dieses Ausmessen interessiert Dich weniger?
Das alles kann man ja nachlesen, wenn man will. Darunter liegt doch die interessierende sensorische Schicht, die fĂŒr das Informationsthema so bedeutsam ist. Die Atembewegung stellt eine Beziehung zwischen Innenwelt und Außenwelt her. Die Atembewegung verlĂ€uft so, wie wir uns zwischen Innen- und Außenraum sensorisch verschrĂ€nken und die Atemarbeit arbeitet auf der Ebene, wie eine sensorische Mitte zwischen Innen und Außen zu finden ist. Man sollte am besten alles vergessen, was man bisher gehört hat. Nicht die medizinisch feststellbaren Atemstörungen sind der Ausgang. Eigentlich wird es beim Atmen es so richtig spannend, wenn eine Vollatembewegung gelebt werden kann, also keine habituellen Atemfehler vorhanden sind.

Wir haben also davon auszugehen, dass die Tiefe der middendorfschen Lehre des Erfahrbaren Atems nicht in klinischen BedĂŒrfnisses zu erkunden istg. Und das Informationsthema ist keines, das durch verdinglichte Atemgesetze ergrĂŒndbar wird.
In der Tendenz zur Vollatembewegung realisieren sich die biologischen Strukturprinzipien in instabilen Er- scheinungsweisen. Es gibt deshalb auf diesem Informationen durch Schwingungen ĂŒbertragende Resonanz- gebiet keine physiologische Atemgesetze mehr, sondern lediglich wechselhaft aufgebaute Atemgestalten: Hintergrund, Ichkraft, Nabelfeld, Verwurzelung, Auftrieb, Peripherie, horizontaler Austausch, Raumzentrie- rung, Substanz stellen als Atemgestalten sensorische Intensivierungen der Atembewegung dar und bauen sich wechselhaft in Situationen auf. Will die wissenschaftliche RationalitĂ€t diese VorgĂ€nge bewerten, gerĂ€t sie rasch an Grenzen. Insofern sind in der mit dem Atmen gegebenen Heil-, Erlebnis- und Lebenskunst die Anforderungen der Lebenswelt gegenĂŒber der wissenschaftlichen ÜberprĂŒfbarkeit zu behaupten. Die wis- senschaftliche Untersuchung beruht auf Voreingenommenheit, die um so mehr einseitig vorgehen muss, je tiefer sie die lebendigen Beziehungen des Humanbereichs aufsuchen will. Je prĂ€ziser sie eine analytische Auskunft gibt, um so mehr RealitĂ€ten blendet sie aus. Sie verfehlt die Ganzheit des mit der Atembewegung gegebenen Lebendigen. Nur philosophisches Denken vermag die Ganzheit des menschlichen Organismus sicherzustellen.

Wir bewegen uns also auf einem Gebiet, das erfahrungspraktisch erschlossen werden muss. Könntest Du nÀher das Zutreffen und Zusammenpassen sowie das Entsprechen erlÀutern.
Triftig ist das Ergebnis eines Resonanzabgleichs, wenn dieses durch ein real stattgefundenes Ereignis, ein vordringliches Verhalten oder ein gemerktes Erlebnis gedeckt wird. Was ausgetestet worden ist, trifft nachprĂŒfbar zu. Das Ergebnis der magisch anmutenden, aber in einem qualifizierten Atemzusammenhang besser vital-pathisch zu nennenden Erkundung stimmt mit einem realen Geschehen ĂŒberein. Derartig nachprĂŒfbare empirische FaktizitĂ€ten sind immer wieder in den InformationskrĂ€nzen enthalten, die einen Problemkomplex umflechten. Dies gilt nicht nur fĂŒr seelisch-geistige Belastungen. Auch der Zahnstatus kann ohne in den Mund zu schauen durch Resonanzabgleiche eruiert und durch den Zahnarzt bestĂ€tigt werden. Oder das Arzneimittelbild eines ausgetesteten homöopathischen Mittels entspricht Befindlichkeitsstörungen. Wenn nun die ausgetesteten Informationen ĂŒber belastende GefĂŒhle, Missbefindlichkeiten, störende Verhaltensweisen, familiĂ€re Strukturkonflikte und geistige Fehlprogrammierungen zueinander passen und dadurch eine nicht gewusste RealitĂ€t aufschließen, so genĂŒgen sie in einer anderen Weise dem Kriterium der Stimmigkeit. Wir können sie zwar nicht oder noch nicht unmittelbar nachprĂŒfen, aber die SchlĂŒssigkeit, die sie anbieten, leuchtet ein und ĂŒberzeugt. Durch das Zusammenpassen wird uns etwas deutlich. 

Ist deshalb der Triftigkeit ein gewisser Vorzug zu geben?
So einfach liegen die VerhĂ€ltnisse keineswegs. Es gilt nicht die Formel Zutreffen = nachgewiesener Fakt, Zusammenpassen = schlĂŒssiger Reim und Entprechen = analoger Schluss. Manchmal kann die SchlĂŒs- sigkeit des Zusammenpassens die Auflösungspotentiale des Konflikts enthalten. Und wenn wir die Ent- sprechungen einer seelisch-geistigen Belastung zur Atembewegung, des Arzneimittelbildes eines ausgetesteten Homöopahtikas zum Befinden oder einer dentalen Belastung zum energetischen oder peronalen Schema der Zahnordnung hinzunehmen, so grĂŒnden die Ergebnisse der Resonanzabgleiche wiederum in einer vermittelten Ebene gegenĂŒber dem, was man soziale FaktizitĂ€ten zu nennen pflegt. Es gibt nie die ungeschminkte und sozial unverdorbene Wahrheit. Bei mir gilt dann ein einfaches Kriterium des Urteils:Verbessert sich die Atembewegung? Kommt sie nachhaltig ins Fließen?

Das Kriterium gilt auch fĂŒrs Placebo?
Du hast recht. Nur will man mit dieser Einrede nichts von den Differenzierungen wissen.

Kannst Du die Frage der Triftigkeit bitte an einem Beispiel erlÀutern?
Ich arbeitete ĂŒber Wochen an einem Mutterkonflikt mit einer Lehrerin, der durch ihr VerhĂ€ltnis zu einer ihr anvertrauten Referendarin aktiviert worden ist. Es ist dabei nicht nur um eine ResonanzaffinitĂ€t des familiĂ€- ren Konfliktes meiner AtemschĂŒlerin zu ihrer Referendarin gegangen, weswegen sich ein Übertragungs- geschehen zwischen den beiden aktivieren konnte. Immer wieder boten sich auch Hinweise auf Resonanz- abgleiche ihrer Beziehung zu Kollegen und Vorgesetzten sowie institutionelle Verantwortlichen an, die fruchtbar mit einbezogen wurden. Mutter und Vater waren selbst Lehrer gewesen, weshalb die familiĂ€re und berufliche Hintergrundsthematik eng ineinander verflochten waren. GegenĂŒber den der individuellen VerfĂŒg- barkeit entzogenen Kollektivbeziehungen galt es, dass sich meine AtemschĂŒlerin durch die eingepassten Handlungsweisen der Beteiligten erdrĂŒcken ließ.

Was war das Problem?
Das Ă€ußerlich sich darstellende Problem war folgendermaßen. Nach Auffassung aller Beteiligten waren die Leistungen der Referendarin unzureichend. Dennoch verhielt sie sich gegenĂŒber ihrer Mentorin unverschĂ€mt ignorant. Sie schien keinen Pfifferling darauf geben zu wollen, was meine AtemschĂŒlerin ihr als Mentorin zu sagen hatte.

Das ist schon derart außergewöhnlich, weil das Referendariat ja eine manifeste AbhĂ€ngigkeitsbeziehung ist, in der man völlig ausgeliefert sein kann.
Ich stimme Dir zu. Und ich hĂ€tte hier bereits frĂŒher hellhöriger gegenĂŒber einigen Informationen sein können, die die SexualitĂ€t betrafen und zunĂ€chst nicht mit den sonstigen zusammenpassten, was sich aus der InternitĂ€t der Resonanzabgleiche ergab, welche die biografischen Konfliktstrukturen betrafen.

Also Deine AtemschĂŒlerin wurde einmal informatorisch durch ihre Referendarin belastet, wobei GegenĂŒber- tragungen stattfanden. Diese GegenĂŒbertragungen wiesen auch eine eigene familiĂ€re Verwicklung hin. Andererseits aber passte eine SexualitĂ€tsgeschichte der Referendarin nicht zu deiner AtemschĂŒlerin.
Die belastenden Informationen gingen meist von dieser Referendarin aus, die aber bei meiner AtemschĂŒlerin deshalb immer wieder einfallen konnten, weil sie informatorische Erbschaften ihrer Mutter mit sich trug. Wir haben hier in der Tat ein typisches Übertragungs- und GegenĂŒbertragungsphĂ€nomen. All dies konnte durch die mit der Atemarbeit verbundene Resonanzabgleiche geklĂ€rt werden, wodurch sie eine klare und durch- setzungskrĂ€ftige Haltung gegenĂŒber den institutionell Beteiligten finden sollte. Der Direktor und der Seminar- leiter wussten um die gewichtigen EinwĂ€nde meiner mentorierenden Atem- schĂŒlerin und hatten ihr im Vorfeld zugestimmt. Aber es sollte sich erweisen, dass man auch zustimmen kann, um etwas abzubiegen. Als die Entscheidung anstand, ob die Referendarin in die zweite Stufe ihrer Ausbildung eintreten und das hĂ€tte geheißen, dass sie selbstĂ€ndig unterrichten dĂŒrfte, gab es nach den Unterrichtsbesuchen keine gemeinsame Sitzung mit meiner AtemschĂŒlerin mehr. Ihr wurde nebenbei vom Direktor mitgeteilt, dass man sich geeinigt hĂ€tte, das O.K. zu geben.

Und was geschah dann?
Die Herren sollten sich in ihrem Glauben schwer tĂ€uschen, dass es genĂŒgt hĂ€tte, wenn sie die Entschei- dung unter sich in der Pinkelpause ausgemacht haben. Meine AtemschĂŒlerin ließ sich dies nicht gefallen. Sie stellte sich als Person und setzte eine Revision dieser fĂŒr sie nicht korrekten Entscheidung durch.

Aber was war nun hier anderes als in einer normalen Psychotherapie, die dem Klienten hilft, sich besser zu verstehen, um HandlungsfÀhigkeit zu gewinnen?
Die Lösung von den informatorischen Belastungen und das Gewinnen einer widerstĂ€ndigen Ichkraft, sollte bei ihr dadurch heranreifen, dass plötzlich etwas schlĂŒssig zusammenpasste, wenngleich man sich ĂŒber das wirkliche Zutreffen nicht vergewissern konnte. Das Verstehen der Situation war im Grunde einer durch den Resonanzabgleich gestĂŒtzten Vermutung geschuldet. Dies half ihr, sich abzugrenzen und sich selbst zu positionieren. Das Problem war in jenen Resonanzabgleichen der letzten Monate zu finden, die immer wieder Informationen erbrachten, die auf Belastungen einer fehlgeleiteten SexualitĂ€t hinwiesen, die aber nicht zu den anderen dargebotenen ZusammenhĂ€nge des Informationskranzes und auch nicht zur Person meiner AtemschĂŒlerin passten. Diese ließ ich zunĂ€chst auch deshalb stehen, weil ich einfach nichts anfangen konnte. Erst spĂ€ter, nachdem in der Testreihe zum eskalierten Konflikt wiederum zwei derartige Informationen isoliert dastanden, kam mir die entscheidende Idee.

Was war der Inhalt dieser beiden ausgetesteten Informationen?
Die eine war „das Wesen der Liebe nicht verstehen“ und die andere war „Pflichtverletzung“. Die Information um die unverstandene Liebe und die Pflichtverletzung erlitt zwar wieder meine AtemschĂŒlerin. Sie trafen sie aber nicht in den Unterleib, sondern in den SchultergĂŒrtel. Beide InformationsĂŒbertragungen kamen aber weder von der Referendarin noch vom Leiter der Schule. Sie waren aktiv vom Seminarleiter ausgelöst. Dieser hatte den keineswegs ĂŒberzeugten, aber feigen Direktor zur gefĂ€lligen Zustimmung ĂŒberredet. (Der aktuelle Resonanzabgleich hatte ihm „Feigheit“ bescheinigt, was auch hinsichtlich seines sonstigen Verhaltens stimmig war: Er zog sich aus allem heraus und stellte sich bei Konflikten zwischen Elternschaft und Lehrer nicht vor seine Mitarbeiter, wenn es nötig war.) Die Beiden kannten sich seit gemeinsamen Studententagen und auch aus der Verbandsarbeit gut.

Was aber war nun Dein Einfall?
Ich fragte mich, ob die Referendarin vielleicht ein VerhĂ€ltnis zu dem Seminarleiter gehabt habe. Dies wĂŒrde  Sinn machen, weil das Verhalten der Referendarin zu meiner AtemschĂŒlerin daraufhin interpretiert werden konnte, dass jene etwas anderes in der RĂŒckhand hatte, was sie so verdammt sicher machte. Ich fragte außerdem auch deshalb so, weil sich im letzten Monat das VerhĂ€ltnis der Referendarin zu meiner AtemschĂŒlerin plötzlich gravierend gewandelt hatte. Sie hatte ihr vom Ende einer Beziehung berichtet. Seither fraß sie meiner AtemschĂŒlerin förmlich aus der Hand. Ihre bislang  ungerĂŒhrte Teilnahmslosigkeit gegenĂŒber den Unterrichtsanliegen ihrer Mentorin war einer sich anbiedernde Unterwerfungsbereitschaft gewichen.

Das sind natĂŒrlich recht spekulative Vermutungen?
So kann man dies nennen. Doch der Umgang mit seelisch-geistigem Material ist oftmals auf die hypothetische Konstruktion angewiesen. Hier kommt noch hinzu, dass ich derartiges austesten kann. Dies hilft aber dieser Zurechnung nicht unbedingt ab, sondern liefert sich der Kritik aus, dass es nur noch toller wird. Der Resonanztest darum jedenfalls, ob die Referendarin mit ihrem Seminarleiter liiert gewesen ist, war positiv.

Also Du pochst auf einen Wahrheitsgehalt?
Nein. Ich sage nur, der Resonanztest hat Stimmiges ergeben. Hier hatte etwas zusammengepasst, was zunĂ€chst nicht offensichtlich war und des intuitiven Einfalls zum weiteren Resonanzabgleich bedurfte. Mir kommt es auf etwas anderes an, das ebenfalls seltsam anmutet: Meine Aufdeckung wirkte offenbar bereits konfliktauflösend. Jedenfalls konnte sich die stark belastete Atembewegung meiner AtemschĂŒlerin sofort unter meinen HĂ€nden befreien. Das allein sollte fĂŒr mich zĂ€hlen. Der mittlere Atemraum gewann eine starke Impulskraft, was zu einer zielstrebigen Haltung fĂŒhrte. Sie wusste ohne weiteres ĂŒberlegen, dass es nicht akzeptabel war, wie auch gegenĂŒber ihr verfahren wurde und was sie zu tun hatte. FĂŒr mich und meine AtemschĂŒler, die derartige Erfahrungen machen, ist es letztendlich gleichgĂŒltig, ob mein Testergebnis auch zutraf.

Oder siehst Du eine Entsprechung zwischen der Auflösung des Konflikts in der Atembewegung und dem Zusammenpassen, weil etwas auch zutraf?
Man könnte dies durchaus so sehen. Also - es traf auch zu, wie sich spÀter herausstellen sollte.

Deine Arbeit beschrÀnkt sich nicht nur auf interpersonale Beziehungen und auch nicht auf das psychoanalytische DreiecksverhÀltnis von Vater, Muter und Kind?
In diesem Fall jedenfalls nicht. Es kamen die FarbeintrĂ€ge durch institutionelle Beziehungen und deren Untermalung durch Gruppen hinzu. Indem SozialitĂ€ten die in der Familie erworbene Konfliktstrukturen verpflichten, sind wir auf die Zerbrechlichkeit der menschlichen HandlungsfĂ€higkeit verwiesen, wenn das Funktionieren der Institutionen durch informelle Gruppen umgebogen wird. Mir scheint auch aus anderen Erfahrungen mit AtemschĂŒlern, dass besonders im öffentlichen Dienst das Unterlaufen der institutionellen Leitideen durch die verschiedensten Gruppen nicht nur Effizienzprobleme aufwirft, sondern auch zu einem echten Leidensproblem der Individuen geworden ist.
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Biographisch Eingegraben

Kannst Du ein konkretes Beispiele geben, auf welche das Kriterium Triftigkeit zutrifft? 
Ich will einen Fall schildern, der die Wirkung der ochsenreitherschen Behandlungsmethode in der Atem- bewegung zeigt. Es betrifft einen AtemschĂŒler, der bereits bei Ochsenreither in Behandlung war und mit mir auch spĂ€ter noch zusammenarbeitete, als ich selbst die Resonanzabgleiche einsetzte. Mein AtemschĂŒler berichtete folgendermaßen: „Alle Probleme, die er habe’, habe Ochsenreither ihm gesagt, ‚rĂŒhrten daraus, dass seine Mutter kurz vor der Schwangerschaft mit ihm eine Todgeburt hatte. Meine Mutter sei noch nicht mit dem Tod ihres ersten Kindes in ihrem Mutterleib fertig gewesen. Deshalb habe sie sich mir nicht voll zuwenden können.“ Von dieser durch den ochsenreitherschen Resonanzabgleich ermittelten Todgeburt, die ihm seine Mutter im Nachhinein bestĂ€tigte, konnte Ochsenreither nicht das Geringste wissen. Das Tester- gebnis um einen todgeborenen Bruder hat zugetroffen. Die Frage stellt sich in diesem Fall nicht darum, ob man derart zutreffende Informationen austesten kann, sondern allenfalls, wer es kann und was man damit anfangen kann und wie weit die Arbeit mit ihnen reicht, ohne dass man das enge Korsett eine Heilsekte einzieht, um im flukturierenden Informationsmeer einen Ankerplatz zu finden.

Du willst also etwas Bestimmtes durchsichtig machen und nicht das Hörensagen mit einer Atemgeschichte anreichern, um weiter zu erzÀhlen, dass jemanden geheilt werden konnte.
Ich habe allerdings sehr viele Spontanheilungen erlebt - nicht bei Todkranken, sondern bei chronifizierten Leiden und eingeschliffenen Störungen - nachdem eine grĂŒndliche Zahnsanierung nach den Kriterien des Arbeitskreis Frequenzen durchgefĂŒhrt wurde. Diese ansonsten normativ von der heutigen Hochschulmedizin nicht zu erfassenden Spontanheilungen sind wiederum von Selbstheilprozessen zu unterscheiden, die durch die menschliche Begegnung eingeleitet werden, weil diese wandelt, wodurch der Raum fĂŒr eine Umkehr in der LebensfĂŒhrung geöffnet wird.

Du hast bereits in Deinem Zahnbuch eine Einblick in diese Fallgeschichte gegeben.
Bei diesem Protokoll ging es mir damals darum zu zeigen, wie sich die Wirkung der originĂ€ren Ochsen- reither-Therapie an der Atembewegung beobachten lĂ€sst. Auch aus dieser Atemsicht gibt es eine mein Tun anleitende Stimmigkeit. Es zĂ€hlen dabei die Ergebnisse der Resonanzabgleiche, wie sie in meine Arbeit hineinpassen. Als ich selbst nach dem Tode von Friedrich Ochsenreither mit dem Testen begann, bestand fĂŒr mich auch in dieser Hinsicht nicht der geringste Zweifel, dass man durch dessen Human-Spektral- Diag- nostik eine prĂ€zise Auskunft ĂŒber belastende Informationen gewinnen kann. Ich habe bereits ĂŒber ein Jahr- zehnt genĂŒgend gesehen und gehört, bevor ich selbst mit dem Testen anfing.

Und was war das Ergebnis der Therapie? Ich nehme an, dass Ochsenreither Deinem AtemschĂŒler eine konfliktlösende Affirmation hat sprechen lassen, der ihn mit seiner Mutter aussöhnen soll?
Das sicher. FĂŒr seinen Groll auf die Mutter war jedenfalls nach dieser Behandlung die Luft fĂŒr immer raus. Deutlich sichtbar und fĂŒr mich erst zĂ€hlend war jedoch die unĂŒbersehbare leibliche Wirkung. Wegen ihr kann Ochsenreithers Therapie keineswegs nur der Status einer innerpsychischen Umlenkung zugewiesen werden, die momentan erleichtet. Dieser Verdacht könnte durchaus aufkommen und ist sicher bei vielen neurolinguistischen Einpassungen mit ihrer Selbstsuggestionsprogrammatik keineswegs ungerechtfertigt. Ich konnte nach der einschlagenden Arbeit von Ochsenreither meinen AtemschĂŒler zwischen den Schulter- blĂ€ttern, in der sich die Vertrauensthematik zu anderen birgt, erstmals in der Behandlung herausfordern. Er flĂŒchtete an dieser Stelle fortan nicht mehr aus dem Kontakt zu mir und zeigte Widerstand gegen einen dosiert mit meinen HĂ€nden gegen die Einatembewegung eingesetzten Druck. Statt sich eindrĂŒcken zu lassen und mit der Atembewegung aus diesem Bereich zwischen den SchulterblĂ€ttern zu verschwinden, quoll mir eine bislang unbekannte kraftvolle Atembewegung entgegen. In den folgenden Behandlungen sollte auch eine ebenfalls anhaltende Umstellung seiner viel zu durchlĂ€ssigen Muskelstruktur zu einer elastischen AbwehrfĂ€higkeit gelingen. Auch daran hatte ich schon lange mit ihm als seiner Grundproblematik gearbeitet. Vom Atem aus gesehen bedeutete diese Wirkung der Arbeit mit Ochsenreither viel. Es war der Auftakt fĂŒr eine sichtbare Umorganisation seines gesamten Verhaltens im vital-sensorischen Bewegungsraum. Mein AtemschĂŒler stand nun anders da und lernte, sich breit zu machen. Die Triftigkeit der Ochsenreitherschen Aussage mit der ihr folgenden Geistarbeit fand bei der Atemdynamik eine Entsprechung. Wir haben also in dieser Kombination eine Verdichtung der Stimmigkeit.

Du siehst also Ochsenreithers Beitrag als entscheidend fĂŒr dessen Entwicklung an?
Er war gewissermaßen ein i-TĂŒpfelchen. Nachdem ich einige Jahre spĂ€ter mit demselben AtemschĂŒler selbst den Resonanzabgleich durchfĂŒhrte, sollte sich zeigen, dass diese Information um den todgeborenen Bruder wieder auftauchte und nunmehr aber in einer anderen Atemdimension als eine Belastung in seiner neuen beruflichen Beziehungen prĂ€gte. Es betraf nun nicht mehr die Vertrauensthematik in der Atemgestalt Hintergrund, sondern die Selbstgeborgenheit aus dem Nabelfeld, mit welcher er nach vorne zu treten hatte.

Ochsenreither hatte demnach schon recht, wenn er diagnostizierte, „alle Probleme“.
So kann man auch die Erkenntnisse der Psychoanalyse bestĂ€tigen und so ist es auch tatsĂ€chlich, dass frĂŒhkindliche Konfliktfelder sich in akuten durchhalten. Das biografisch eingegrabene Informatorische kann dermaßen fĂŒr alle Atemgestalten durchprĂ€gend sein, dass sich dementsprechend das Belastende auch in wechselnden Konflikten mit eigenen Informationsbelastungen in gleicher Weise in der Atembewegung zeigt.

In dieser frĂŒheren Behandlungssequenz war deshalb nicht alles fĂŒrs ganze Leben geklĂ€rt.
Als mein AtemschĂŒler eine neue Arbeitsstelle antreten konnte, bemerkte er, dass er in seiner spontanen Hinbewegung zu anderen wieder gehemmt war. Dieses Manko ließ ihn nicht vollberechtigt den sphĂ€rischen Raum mit anderen zusammen bewohnen. Sicher hat jeder mit Umstellungsproblemen zu kĂ€mpfen, wenn er sich beruflich verĂ€ndert. Jedoch gerade in der abverlangten Verarbeitungsweise zeigen sich die eigenen Konfliktmuster. Mein AtemschĂŒler aktivierte zwar in der neuen Situation keine Fluchtmechanismen mehr mit seinem hellwach misstrauischen BeĂ€ugen anderer. Stattdessen aber erlebte er oftmals eine ihn ĂŒberfallende Dumpfheit, die ihm in der Kommunikation wiederum die reagible Leichtigkeit nahm. Dieses anstrengende Abblenden der Wachheit zeigte, dass seine ansonsten variantenreiche Atembewegung wie ein starrer Me- chanismus in einem festen BehĂ€lter hin und her ging. Und diese Erstarrung ging von eben dieser besagten Stelle zwischen den SchulterblĂ€ttern aus, war aber an dieser selbst nicht aufzulösen. Denn wollte ich im neuerlichen Konfliktfall diese zunĂ€chst mit den HĂ€nden nur ansprechen, zerbrach die Sammlung meines AtemschĂŒlers. Das war nun kein ZurĂŒckweichen, gegenĂŒber dem die Person gefordert hĂ€tte werden mĂŒs- sen. Er war vielmehr in Abwehr erstarrt. Dies lag nur oberflĂ€chlich daran, dass er noch nicht sicher in dem neuen beruflichen Raum positioniert war, wofĂŒr nun andere Atemfelder und AtemrĂ€ume zu entwickeln waren. Die im Zusammenleben mit der Mutter eingelebte Konfliktdisposition lebte als Information in einer anderen Dimension der leiblichen Grenzbeziehung, nĂ€mlich der sensorischen HĂ€rte gegenĂŒber dem sensorischen FlĂŒchten, wohl deshalb wieder auf, weil er nun eine Stelle angenommen hatte, wo er nicht von vornherein mit offenen Armen empfangen worden war. Der Umschlag im Grenzverhalten folgte einem Atemmangel im Nabel- feld, das ebenfalls hart geworden war. Es galt die an das Nabelfeld gebundene Kraft der Selbst- geborgenheit, sie sich im RĂŒcken einlĂ€sst, zu erarbeiten.

Also so ganz einfache Lösungen willst Du als Atemlehrer nicht propagieren?
Mein Erfahrungshorizont ist durch ein leiblich verdichtetes Arbeitsfeld geprĂ€gt, das außerdem durch regel- mĂ€ĂŸige Übungsleistungen des AtemschĂŒlers mitgestaltet wird. Wöchentliche oder vierzehntĂ€gige Behand- lungen oder Intensivtage gemeinsamer Arbeit bilden den Rahmen, innerhalb dem etwas bei mir stattfindet. Die Arbeit wirkt manchmal in der Zeit der Jahre. FĂŒr tiefe Wandlungen der Person darf man durchaus ein Jahrzehnt und auch mehr ansetzen. Wandlung der Person ist ein Umbau, Abbau und Aufbau von lebendigen Leibschichten, durch den sich Sinnverschiebungen in der Einstellung des Übenden ergeben, die durch intensive Selbsterfahrung in Gruppen und weiterfĂŒhrende Behandlungen stabilisiert werden. Jede Individual- entwicklung geht mit einer gewachsenen FĂ€higkeit einher, sich besser in einem vital-sensorischen Bewe- gungsraum ausdehnen und positionieren zu können. Das so auch bewusst werdende atmosphĂ€rische Zumute-sein kann dann in gesteigerter Ichkraft wirken.

Deine atmerische Lebenshilfe ist der stĂ€ndige Appell, sein Leben im eigenen Atemrhythmus zu fĂŒhren.
Der geschilderte Fall weist uns wie so viele andere darauf hin, dass das Erarbeitete letztendlich nie end- gĂŒltig sein kann, weil es gefĂ€hrdet bleibt. Hier gilt der lebensphilosophische Grundsatz, dass die Differen- ziertheit der Leiblichkeit zwar die Grade der Bewegungsmöglichkeiten vervielfacht, dadurch aber auch wegen der damit einhergehenden inneren Differenziertheit sich auch die Möglichkeit von Störungen und GefĂ€hrdun- gen steigert. Die Atemarbeit endet also nicht auf einem Ruhekissen. Sie ist ein Abenteuer, das vom Men- schen abverlangt, sich seinen produktiven KrĂ€ften bis hinein in seine kreativen Schichten zu stellen. Und dass solche jedem Menschen - wenn auch in unterschiedenem Maße - eigen sind, davon zeugt die Erfah- rung des von Ilse Middendorf aufgeschlossenen Atemgebietes.
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Triftigkeit

Könntest Du Deinen Bericht um die QualitÀt des Resonanzabgleichs verdichten, indem Du noch ein weiteres Beispiel zur Triftigkeit vorstellst?

Ich will in eine Erfahrung aus einer Paartherapie Einblick geben, die ich zusammen mit meiner Frau durch- fĂŒhrte, die ebenfalls Atemlehrerin ist. Die erste Information, die ich bei dem Mann identifizieren konnte war: „Ich halt es nicht mehr aus.“ Dieser sagte daraufhin: „Ich wache seit Wochen jeden Morgen mit dem Gedan- ken auf ,,ich muss raus hier, ich kann nicht mehr“. Das war der Auftakt zu einer Arbeit zu viert, in der das seit Jahren zerstrittene Paar mit zwei Kindern wieder zusammen gekommen ist. Sie konnten sich wieder ineinander verlieben und ihre gegengeschlechtliche Partnerschaft neu begrĂŒnden. Die Beiden kamen zu einem vertieften gegenseitigen VerstĂ€ndnis und einem erfĂŒllten Zusammensein. Sie lernten keineswegs nur eine gute Ehe zu fĂŒhren, sondern auch sich als Mann und Frau zu nehmen. Im nachhinein wunderten sie sich nur noch, wie einfach doch alles sein kann und es um das, ĂŒber was sie sich gestritten hatten, doch nicht gegangen ist. Der ochsenreithersche Resonanzabgleich ermöglicht im Zusammenspiel mit der mid- dendorfschen Atemarbeit einen von keiner anderen Methode bislang ĂŒbertroffene Einsicht in die leibliche Dynamik des Unbewussten. Doch auch hier gilt, dass es außerhalb ihrer Person wirkende Bedingungen gegeben hat, die ihre Beziehung zerfallen ließen. Sie hatten eine energetisch verheerende Wohnung. Es wimmelte geradezu von geopathischen Belastungen, welche dann durch Elektrosmog komplettiert waren. Sie hatten selbst einmal einen RutengĂ€nger in der Wohnung gehabt und wĂ€hnten sich auf der sicheren Seite. Dem war aber offensichtlich nicht so. Der hatte das Meiste gar nicht gefunden.

Was hatte ihr Konflikt mit der Geopathie und der Störung der WohnungsatmosphÀre durch Elektrosmog zu tun.
Der Mann schlief auf einer Verwerfung, die eine Hochatmung hervorrief. Die Information um das Nicht-mehr- aushalten-können saß in der Kehle. Diese EinschnĂŒrung war durch die gleichgerichtete Verwerfungsinfor- mation auf die Atembewegung abgestĂŒtzt. Die Frau aber lag auf einer Wasserader. Dies fĂŒhrt zu einer wachheitsmindernden Untertonisierung. Das Zwerchfell staut sich im Becken auf. Sie war auch durch die Beziehung deprimiert. Die ausgetestete Information „Schrei nach Liebe“ war durch den Resonanzabgleich dem Beckenbodenzentrum oder -chakra zuzuordnen. Beide schrien: Aber wĂ€hrend bei ihm das Oben zu eng geworden, war es bei ihr das Unten. Auch in dieser Hinsicht ergab sich ein EntsprechungsverhĂ€ltnis in der ausgetesteten Konfliktdynamik.

Wie lang dauerte die Zusammenarbeit mit dem Paar?
Das ganze lief sehr rasch innerhalb eines Jahres ab. Beide waren motiviert und auch etwas mit der Atemarbeit vertraut. Sie nahmen in dieser Zeit an drei Atemwochenenden teil. Ansonsten arbeiteten wir alle vier – sechs Wochen drei bis fĂŒnf Stunden zusammen. Entscheidend war, dass die Resonanzabgleiche bei der jeweiligen Anwesenheit des Partners durchgefĂŒhrt wurde. Ab und zu, wenn es hoch her gegangen war und sie mich anriefen, testete ich die Informationen des akut wirkenden Resonanzgeschehens aus und gab ihnen das schriftlich zur Kenntnis und riet zu entsprechenden AtemĂŒbungen und homöopathischen Medikamenten. Die beiden waren besonders davon ĂŒberrascht, wie ihr Einlassen auf die Ergebnisse des Testens Projektionsmöglichkeiten zerstörte, wegen denen bei einem zerstritten Paar alles aufgekocht, aber nichts gegessen wird. Indem die Resonanzabgleiche aufzeigen, woher es kommt und dass etwas ganz anderes dahinter steht, als die Partner beim anderen vermuten und in dessen Verhalten hineininterpretieren, entwich die konfliktgeschwĂ€ngerte Luft zugunsten des gegenseitigen Verstehens. Dieser reinigende Effekt kann eintreten, wenn darauf verzichtet wird, die gewonnenen Informationen als erweitertes Instrument im Geschlechterkampf einzusetzen. Der Resonanzabgleich ermöglicht eine Distanz zum anderen, welche aufs BemĂ€chtigen verzichten lĂ€sst und eine wohltuende Neuverbindung erst ermöglicht. Besonders die Anwesenheit des anderen Partners bei der Atembehandlung, die meine Frau vornahm, wĂ€hrend ich testete, sowie die parallel stattfindende Behandlung der beiden durch mich und meine Frau war wohl durch die schwingenden Resonanzen bestimmt und fĂŒhrte zu einer leiblichen Ausstrahlung, durch die sie sich wieder annehmen und nehmen konnten.

Gib vielleicht zur Verdeutlichung noch ein weiteres Beispiel zur Frage der Triftigkeit. Alle guten Dinge sind ja drei.
Bei einer Frau war der sehr offene Herzraum nach hinten gewölbt und nach vorne verschlossen. Als ich diese Belastung in den Test einbezog bekam ich zunĂ€chst die Anlass-Information: „Verbittert“. Als nĂ€chstes testete ich „Spott“. Der weitergefĂŒhrte Resonanzabgleich ergab, dass sie wegen ihres ehemaligen Manns verbittert war und ĂŒber diesen spottete. Sie war mit ihm in der den Nahraum strukturierenden und alle sozialen Distanzmaße regulierenden Nabelkraft verbunden geblieben, was uns darauf aufmerksam macht, dass wir durch frĂŒhere Partnerschaften dauerhaft geprĂ€gt werden können. Der in Beziehung auf den ehemaligen Ehemann weitergefĂŒhrte Resonanzabgleich ergab, dass sie noch nach ĂŒber einem Jahrzehnt der Trennung durch eine von ihm ausgehende geistige Programminformation „Das kann ich nicht“ belastet war. Als ich ihr dieses Ergebnis des Resonanzabgleichs mitteilte, lachte sie auf. Ihr ehemaliger Ehemann war darstellender KĂŒnstler, ein SĂ€nger. Immer wieder erkrankte er vor einem Auftritt, weshalb er zu hĂ€ufig absagen musste und bis er schließlich das Singen vor dem Publikum völlig aufgeben musste. Eine weitere Information, die meine Klientin durch ihn belastete, war: „Keine Lust zum Arbeiten“. Hier könnte allenfalls das gegenĂŒber einem Informationsrauschen prinzipiell offene Kriterium des Zusammenpassens in Frage kommen, wenn noch andere dazu gehörige Informationen gewonnen worden wĂ€ren, denen weiter nachgegangen wurde. Aber dies geschah nicht und war auch nicht mehr entscheidend.

Obgleich sie schon lange geschieden war, trug sie immer noch die Belastung aus der frĂŒheren Beziehung mit sich, die so prĂ€zise in ihrem seelisch-geistigen Gehalt zu identifizieren ist?
Das kommt recht hĂ€ufig vor und kann enorm belastend sein. In der zuvor vorgestellten Paararbeit hatte die Frau eine den Informationsfluss blockierende Narbe oberhalb des Bauchnabels. Erst als wir hier durch Informations- und Atemarbeit sowie Homöopathie weitergekommen waren, begannen sich die Partnerschaftskonflikte wie von selbst aufzulösen. Ochsenreither hat diese damit verbundene Partnerschaftsfrage gar als ein Kardinalthema seiner Animalogie angesehen. Er sprach von einer fĂŒgungsmĂ€ĂŸigen Partnerschaft, die er von einer gewollten unterschied. Ich vermag ihm aus meiner Atemsicht darin nicht in dieser existentiellen Bedeutung zu folgen. Ich sehe aber auch das Geschlechterthema viel umfassender an und will es wie auch andere Informationsthemata nie im kausalen Sinne betrachtet wissen, weil dies gegenĂŒber der VielfĂ€ltigkeit der Lebensmöglichkeiten eine Einengung darstellt.

Und wie siehst Du es?
In der Tat sind Partnerschaften hinsichtlich ihrer Nabelgebundenheit zu unterscheiden. Das ist keine Frage. Aus der Atemsicht kommt hinzu, dass verschiedene Atemraumbeziehungen oder andere Atemgestalten mit der Atemgestalt Nabelfeld korrespondieren. Mythologisch bedeutet der Nabel die Mitte des Hauses. Es ist der Herd. Um den Nabel herum, um den Herd und das Haus ordnen sich NĂ€hen und Distanzen im platzfindenden Zusammensein. Dieses ist sensorisch in seinem Befindenscharakter zu verstehen. In der Atemarbeit bedeutet der Nabel allererst eine Möglichkeit zum Öffnen oder zum Verstellen. Besteht eine Hara-Bindung der gegenseitigen Beziehung ĂŒber das Nabelfeld, so ist die Partnerschaft in der Schwerkraft gefĂŒgt. Die mit der Nabelkraft verbundene und in der Atemgestalt Hintergrund erfĂŒllte Selbstgeborgenheit beider Partner hat in einem solchen Fall der Schwerkraftbindung die Chance, in der Beziehung zu regieren, weshalb die Beziehung so leicht nichts umhaut. Besteht dagegen nur eine energetische Beziehung des Nabelfeld zum mittleren Atemraum zwischen Brustbein und Bauchnabel, dem Raum der Ichkraft und Gelassenheit, dann ist sie gewollt. Dann muss vieles ĂŒber Verabredung reguliert werden, was bei einer Nabelbindung der Liebe von alleine geht. Ein Wollen kann sich auch insgeheim nach dem Ende der Beziehung einstellen. Dann ist das Selbstvertrauen angeschlagen, das aus der sensorischen RĂŒckwĂ€rtigkeit des mittleren Atemraums lebt.

Das Fortwirken der Nabelbindung nach der Trennung macht uns auf eine dramatische Thematik der Geschlechterbeziehungen aufmerksam?
Jedenfalls verweist sie auf tiefer angelegte BedĂŒrfnisse, denen Partnerschaften zu dienen haben. Diese ahnt der freisinnige Zeitgeist nicht einmal in AnsĂ€tzen, wenn er in anthropologischer NaivitĂ€t ĂŒber die damit verbundenen Verletzungen hinwegredet.

Wie folgte nun diesem kleinen Informationskranz eine in der Atembewegung materialisierte BeeintrĂ€chtigung, die trotz der Trennung ĂŒber ein Jahrzehnt weiterwirkte.
Sie zog durch den Spott die Atemkraft im mittleren Atemraum ab, die das eigene Selbstvertrauen stĂŒtzte. Dadurch blieb sie in der Kompensation ihrer Verletzung hĂ€ngen, die dadurch entstand, dass dieser Mann sie zugunsten einer anderen Frau verlassen hatte. Am RĂŒcken unter ihrem Herzraum war deshalb ein großes Atemloch. Diese Spannungslosigkeit war die atemmechanische Folge des nach hinten ĂŒberdehnten Herzraums. Dieses Überdehnen stĂŒtzte ein habituiertes Herausziehen aus dem Kontakt und die Vermeidung einer klaren Stellungsnahme nach vorne. Der Herzraum war wegen diesem Atemloch in der Rumpfmitte nicht an ihre krĂ€ftige Vitalatembewegung im Becken angeschlossen. Hier in dieser leeren RĂ€umlichkeit unter dem Herzraum, in der hinteren Atemmitte, war fĂŒr die fortdauernde und in der Atembewegung sichtbare Konfliktdisposition die Lösung zu suchen. Darauf verwies der abschließende Resonanzabgleich, der „mangelndes Selbstvertrauen“ auswies.

Und was bedeutete diese Abschlussinformation positiv?
Es war ihr aufgegeben, eine humorvolle Haltung zu ihrem ehemaligen Mann zu finden. Sie konnte helfen, dessen SchwĂ€che selbstbewusst anzunehmen. 

Und als Du Deiner Klientin auch das weitergegeben hast, blĂŒhte ihre Atembewegung auf.
Meine ZurĂŒckgabe der identifizierten Informationen ist keineswegs als auffordernder Appell an das Bewusst- seins-Ich zu verstehen. Auf dieser Ebene dĂŒrfte ĂŒberhaupt nicht die eigentliche Wirkung der Punktgenauig- keit meiner Mitteilung gelegen haben. Sie fĂŒhrte zu einer ĂŒberraschenden Beschleunigung der Atemarbeit. Bereits am anderen Tag kam es in der weitergefĂŒhrten Atembehandlung – diese Frau war fĂŒr einige Tage zu einer intensiven Arbeit mit mir nach Karlsruhe gereist – zu einer tiefen menschlichen Begegnung. Durch diese konnte die Herzraumwölbung zugunsten einer FĂŒllung des Bereichs im Übergang von Brust- und LendenwirbelsĂ€ule mit der Atembewegung weichen. Es ist schon verrĂŒckt, wie sich eine solch massive Erstarrung so schnell auflösen ließ. Das ist die Wirkung einer zwischenmenschlichen Begegnung, die durch eine leibliche VerschrĂ€nkungskohĂ€renz der Beteiligten zustande kommt. Es bedurfte des richtigen Anstoßes, sicher auch des treffenden Wortes und nicht nur der vital-pathisch wirksamen Hand.

Wie nachhaltig ist eine solche tiefe Atemverankerung von Partnerschaften?
Die Verbindungen zu frĂŒheren Partnerschaften bleibt weiter bestehen. Die kann offenbar gar nicht aufgelöst werden. Man kann seine Geschichte nicht auflösen. Bei sehr kreativen Menschen sind meist mehrere Partnerbindungen zu finden, die im Nabelfeld angeschlossen sind und im Hara gefĂŒgt waren. Aufgelöst werden können nur aus einer aufgelösten Beziehung nachwirkende Belastungen. Die Verbindung zu einem frĂŒheren Partner schließt aber nicht aus, dass die nachfolgende Liebe viel erfĂŒllter und intensiver sein kann und es zu einer erneuten Nabelbindung kommt. Das Konfliktfeld hĂ€tte nach dieser Behandlung durchaus wieder aufgegraben werden können. So könnte z.B. die Atembewegung wieder beeintrĂ€chtigt werden, wenn nicht Verbindendes – also Humor im Selbstvertrauen zu finden – ansteht, sondern Abgrenzung oder Trennung etwa zu dem alten oder auch einem neuen Lebenspartner verlangt wĂ€re. Das alte Störfeld ist nicht sofort dicht ĂŒberwachsen und seelische Narben können auch durch körperliche verfestigt werden, wie wir es angedeutet haben. Eine biografisch ein geschriebene Konfliktdisposition könnte durchaus wieder aufleuchteb, wenn sie nicht durch eine Lebenseinrichtung aufgehoben werden konnte, die sich in ihren Umgewöhnungen stabilisiert hat. HierfĂŒr ist die Atemarbeit eine selbstĂ€ndige, auch durch eigenes Üben einzulösende Hilfe.
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Hermetik und Hermeneutik

Könntest Du bitte noch genauer erklÀren, was Du unter Zusammenpassen verstehst?
Das Zusammenpassen liegt vor, wenn die verschiedenen ausgetesteten Informationen zueinander und zur RealitĂ€t in einem zu vermutenden Sinnzusammenhang stehen. Prinzipiell regiert hier keine nachprĂŒfbare FaktizitĂ€t.

Ist wegen dieses Fehlens der ÜberprĂŒfung beim Zusammenpassens ein Verstehen angesagt?
Das geht mit und spielt als Moment des Gesamtprozesses einer regelmĂ€ĂŸigen Zusammenarbeit eine be- deutsame Rolle. Das Verstehen ist eine ursprĂŒnglich pathische Leistung, die aus der Befindlichkeit hervor- geht. Weil wir sensorisch in der Welt sind, befinden wir uns in ihr und sie in uns. Dies ist der Gehalt des fundamentalontologischen Ausgangs des “In-seins” der Existenzphilosophie Martin Heideggers.. Innerhalb einer bestimmten Situation stehen wir deshalb in einer bestimmten Verfassung gegenĂŒber den zu bewĂ€lti- genden Aufgaben und Anliegen, woraus sich eine bestimmte leibliche Gestimmtheit ergibt. Insofern ist das Stimmigkeitskriterium des Zusammenpassens immer eines des Verstehens. Aus dem Zusammenspiel er- geben sich Evidenzen mit den verschiedensten Graden des Einleuchtens, die von einer zwingenden Ein- sichtigkeit bis hin zu einer unĂŒberprĂŒfbaren PlausibilitĂ€t reichen.

Kann es nicht entlastend sein, wenn man in einer konkreten Situation weiß, was eigentlich gespielt wird?
NatĂŒrlich. Hierbei kann der animalogische Resonanzabgleich gar nicht unterschĂ€tzt werden. Durch ihn kann selbstverstĂ€ndlich die Hermeneutik der Seele mit ihrer empathischen UnterscheidungsfĂ€higkeit ins Spiel kommen. Dies gilt besonders in dem Fall, wenn mehrere Konflikte zusammenkommen und jemanden zu erdrĂŒcken drohen. Aber die Hermeneutik ist bei meinem Vorgehen nicht das Entscheidende. Es kommt vor allem auf die abschließende Information an, ĂŒber welche der Konfliktkomplex auflösbar wird, weil das Mög- liche herausentwickelt werden kann. Mit dieser abschließenden Information wird aber gar nicht mehr ver- standen. Im Gegenteil: Sie diktiert, was zu machen ist. Mittels ihr wird in die abgeschlossene EigenrealitĂ€t eines Menschen hineingesprungen. Das verstehende Ich mit seinem an die eigene Wahrnehmung gebun- denen Denken hat dabei ausgespielt, sowohl das des Lehrers als auch das des SchĂŒlers.

Und was tritt an die Stelle des verstehenden Ichs?
Die Begegnung der Personen in ihrer leiblich kohĂ€renten VerschrĂ€nkung. Das gilt sowohl fĂŒr die wirksame Psychotherapie als auch Atemarbeit. Der Kern der Person unterliegt einer Hermetik. Bei diesem Kern geht es weder um die Empathie und das Verstehen mit all den kommunikativ-interaktiven Ích-Potentialen noch um die dem Ich unverfĂŒgbaren Sozialtraditionen, die als hintergrĂŒndige Kollektivnormen unsere Ausdeh- nungs- und Positionierungsmöglichkeiten im vital-sensorischen Bewegungsraum bestimmen. Der Eigenkern der Person hat sich nur durch sich selbst und findet sein in ihm selbst ruhendes Ziel nur, indem das herein- genommene Fremde diesem dient. Das Ureigenste wird gegenĂŒber den Eingrenzungen des Ich unbekanntes Innere frei, indem sich nun das Eigene dem Fremden gegenĂŒber öffnet und es sich einverleibt. Das Innere bleibt im Status des Unbewussten und damit in Reserve gegenĂŒber der Außenwelt. Es kann gar nicht verkĂŒndet, sondern nur behĂŒtet werden. Überhaupt vertrĂ€gt es kaum die Rede.

Du unterscheidest das Eigene also einerseits vom unbekannten Innern und auch vom Fremden?
Das unbekannte Innere ist ein zu sich kommen, das sich zwar vom Außen als etwas SelbststĂ€ndiges unter- scheidet, es aber ohne dieses Außen nicht gibt. Ist das Eigene in der Vermittlung zum Fremden durch das Innere getroffen, so vollziehen sich die höchsten Anpassungen. Wir können das andere in uns aufnehmen, weil wir zu ihm in selbstbewusster Distanz stehen. Auf diese Dialektik von unbekanntem Innerem und Eigenem zum Fremden stoßen wir, weil der Resonanzabgleich uns mit seiner abschließenden Information nicht nur einfach zur neurolinguistischen Selbstaffirmation rĂ€t, sondern im Atemblick deutlich gesehen unserer Person etwas als Heraus-zu-entwickelndes aufgibt. Dieses Heraus-zu-entwickelnde soll bei meiner Arbeit durch die Atembehandlung ausgefaltet werden. FĂŒr die Ansprache durch die HĂ€nde wird vor allem der belastende Leibbereich maßgeblich, zu dem die abschließende Information korrespondiert

Diese Dialektik fĂŒhrt aber nicht nur die Atemarbeit, sondern auch eine Psychotherapie?
Man könnte auch sagen, dass sich in diesem Gipfel die Psychotherapie als Kurztherapie erfĂŒllt. Ochsenrei- ther war ein Meister eines solchen Hineinspringens in die Hermetik des anderen. Mit einem Wort erfasste er die Situation oder gar lebensprĂ€gende RealitĂ€t eines Patienten. Er vermochte aus seinem Informationskranz in verblĂŒffender Weise die Lebensgeschichte eines Patienten erzĂ€hlen. Auch hier ging das Wort in den Atem ĂŒber. Ochsenreithers spĂŒrte bei sich, wenn der Energiefluss seiner Patienten einsetzte. In diesem energetischen Resonanzschluss stand eben seine Begegnungskraft. Seine Human-Spektral-Diagnostik interessierte deshalb  nicht das Verstehen. Er identifizierte vielmehr in seinen besten Minuten die zentrale Belastungsinformation als Blockade der EigenrealitĂ€t seines Klienten, wobei die Diagnose oftmals in die Therapie ĂŒberging. Das Wort zu Atem wurde. .

Kannst Du die Bedeutung der hermeneutisch unzugĂ€nglichen EigenrealitĂ€t bei dieser AtemschĂŒlerin genauer vorstellen? Du hast dieses Thema bereits angesprochen, wo das Verbitterte im Herzraum zu identifizieren war, die Lösung aber, die fĂŒr den Humor frei machen sollte, darunter lag.
Die EigenrealitĂ€t meiner AtemschĂŒlerin mit all dem, was diese in ihrer Beziehung zu ihrem frĂŒheren Partner ausmachte bleibt selbst bei großer Redseligkeit verschlossen. Wir versagen uns, hier zu psychologisieren. Die ursprĂŒngliche Anthropologie der Atemarbeit sagt uns folgendes: Die Lösung vom Spotten aus dem Verbittert-sein ist durch Eigenvertrauen zu finden, was den mittleren Atemraum zwischen Brustbein und Bauchnabel betrifft. Wenn eine vordringliche Belastung immer in einem anderen Leibbereich aufzulösen ist als in dem, in welchem sie selbst direkt wirkt, so ist damit etwas benannt, was jeder Atemlehrer kennt. In diesem Fall war die Lösungsmöglichkeit atemmechanisch einfach ablesbar. Ein Ungleichgewicht in der Atembewegung korrespondiert wie eines im Muskeltonus mit einem Ausgleich an einer anderen Stelle. So wurde in unserem Beispiel aus dem nach hinten ĂŒberdehnten und nach vorne verschlossenen Herzraum die Energie aus dem mittleren Atemraum darunter abgezogen. Dieser energetischen Auflösung der Herzraumbelastung im mittleren Atemraum zwischen Brustbein und Bauchnabel entsprach die mentale. Humor entsteht aus dem Vertrauen in sich selbst. Nur gelassene Menschen haben Humor. Ruhe und Gelassenheit leben aus einem integrierten mittleren Atemraum.

Aber was ist das nun anders als Verstehen, was Du hier nun mit anthropologischem Duktus vorstellst?
Du hast mit Deiner Frage recht. Als Atembehandler springe ich in der Begegnung mit dem anderen in dessen EigenrealitĂ€t. Dabei ist es nun nicht entscheidend, ob ich eine belastende Information benenne, weil sich bereits der Resonanzkreis durch den Resonanzabgleich konstituiert. Insofern ist es auf dieser Ebene auch gleichgĂŒltig, ob ich die Ochsenreither-Methode anwende oder nicht. Behandlung gelingt nur bei Reso- nanz. Normalerweise weiß ich in der Behandlung nichts. Ich bin gedankenleer. Die Begegnung in der Atem- behandlung lebt just davon, dass das Bewusstsein zugunsten des Erlebens des freiwerdenden Atemflusses untergeht. Gerade da, wo also der Weg fĂŒr einen anderen Menschen zu den eigenen Potentialen frei wird, wenn nĂ€mlich in der Begegnung von Person zu Person sich der Eigenrhythmus der Beteiligten meldet, wird auch das Wissen von der Gewissheit abgelöst. In dieser ursprĂŒnglichen Begebenheit gibt es weder ein Verstehen noch eine darauf aufbauende Erkenntnis. Es gibt nur Wirksamkeit.

Aber bei dem Fall der Belastung wegen eines totgeborenen Bruders war das Problem offenbar komplizierter.
Selten bieten sich einfache Antworten an, wenn man dem Lebendigen auf den Leib rĂŒckt. In diesem Fall war zur Mutter eine AbhĂ€ngigkeitsbeziehung entstanden, die das soziale Leben prĂ€gen sollte, was in dem konkreten Fall zu einer Ehrgeizhaltung fĂŒhrte. Diese wiederholt in verschiedenen Resonanzabgleichen auftauchende Information konnte in einer wichtigen Behandlungssequenz mit einer Unterwerfungsinformation und der fehlenden Mutterliebe gekoppelt identifiziert werden .

Aber hilft dann doch das Verstehen weiter? Wann gibt die Atemerfahrung einen verstehenden Aufschluss ĂŒber die Leiblichkeit des Menschen?
Das Verstehen könnte hier in diesem Fall durchaus einsetzen, wenn man eine anthropologisch qualifizierte Sicht auf den Atem gewonnen hat. Das von Middendorf auf die pure Empfindung verpflichtete AtemverstĂ€nd- nis genĂŒgt hier nicht, weil dieses zu eng an die Methode gebunden ist. Kann sich das Verstehen mit der Atemarbeit koppeln, so verfĂŒgt man ĂŒber einen qualifizierten Zugang zu den entsprechenden Übungs- möglichkeiten. Im dargestellten Fall sind wir auf einen lĂ€nger andauernden Prozess der Atemerfahrung verwiesen. Hier nĂŒtzen die Resonanzabgleiche, weil sie erlauben, sich einen interpretierenden Reim zu machen und die Übungsmöglichkeiten am Atem zu qualifizieren.

Aber es gibt ja auch GrĂŒnde, weshalb Ilse Middendorf nur auf die Empfindung verpflichten will?
Das Verstehen fĂŒhrt letzten Endes auch zu einer ambivalenten Haltung, die schließlich zur Entscheidung drĂ€ngt. Das könnte die Arbeit am Atem verĂ€ußerlichen, was dazu fĂŒhrt, dass gerade nicht das gemacht wird, was die abschließende Information nahe legt. Der Hader bleibt. Und manchmal wird gerade in solchem Fall eines Kindestodes vor dem Empfang eines neuen Lebens, eine Bescheidenheit von dem abverlangt, dem das Leben danach geschenkt wurde. Man sollte nicht zuletzt dabei bedenken, dass Mutterschaft trotz Hochleistungsmedizin immer noch das Risiko um den Verlust des eigenen Lebens bedeutet.

Das Verstehen kann also auch intellektuell verselbstÀndigt werden und dann eine Rationalisierung des Konfliktverhaltens antreiben, was nicht löst, sondern aufheizt.
Es besteht die Möglichkeit, entweder in selbstsuggestiven KraftsĂ€tzen eine neue Haltung zur eigenen Mutter einzunehmen, was dann zu einer energetischen Atemerleichterung fĂŒhrt, wenn die gesprochenen Affirmationen innerlich gefĂŒhrt sind. Aber das wĂŒrde vom Atem wegfĂŒhren und es wĂŒrde aber auch nicht tiefgehend seelisch-geistig gearbeitet. Oder man ĂŒberlĂ€sst sich dem Atem zur KlĂ€rung. In dieser von mir vorgezogenen Arbeitsweise stellt sich frĂŒher oder spĂ€ter eine demĂŒtige und verzeihende Haltung von selbst ein.

Wie sind die angesprochenen ZusammenhÀnge zwischen Unterwerfung und mangelnder Mutterliebe zu verstehen?
Fehlende Mutterliebe ist oftmals mit dem drastischen Ereignis eines Todes verknĂŒpft. Wenn es der Mutter deshalb zur Hingabe an das natĂŒrliche Anmuten des daraufhin geborenen Kleinkindes ermangelte, besteht auch die Gefahr zur Unterwerfungsbereitschaft. Diese kann immer dann eintreten, wenn sich das Kind nicht ungehemmt zu seiner Mutter hinbewegen kann, weil diese nicht auf das Kind antwortet. Um auf sein Verlangen eine Reaktion zu erhalten, passt es sich an deren BedĂŒrfnisse an. Die ungehemmte Abstillung des BedĂŒrfnisses nach Kontakt wird durch eine Unterwerfung verschoben.

Und wie wirkt dies auf die Atembewegung?
Jede unterwerfende Belastungsinformation schließt die Vorderseite ab und nimmt der Brust die öffnenden Dehnungen, die das Kind die Mutter anmuten oder einen Menschen als eigene Person erscheinen lassen. Die Unterwerfung hat am Übergang von Hals- zur BrustwirbelsĂ€ule ihr Einfallstor. Sie ist eine gehaltene Überdehnung der demĂŒtigen Verneigung. In unserem geschilderten Fall des Kindestodes vor einer neuerlichen Schwangerschaft trat noch etwas weiteres hinzu. Meinem AtemschĂŒler schwoll in KonfliktfĂ€llen leicht der Kamm. Das energetische Absenken wurde – so die keineswegs verwunderlichen Ergebnisse des Resonanzabgleichs – durch aufsteigenden Ärger aus der vitalen Beckenkraft aufgeladen. Die VitalitĂ€t des Beckens hatte keine Bindung an den Nabel, die regulativ auf das VerhĂ€ltnis von NĂ€he und Distanz gewirkt hĂ€tte und es ihm gestattet hĂ€tte, seine GesprĂ€che so zu fĂŒhren, dass der Kontakt zwar spontan mit großer ElastizitĂ€t gehalten, aber um das Wesentliche und Verletzliche herumgefĂŒhrt worden wĂ€re. Da fĂŒr ihn diese elastische Verhaltensmöglichkeit ausfiel und er sich auch nicht daneben benehmen konnte, entstand bei ihm eine eigentĂŒmliche Starre. Entgegengesetzte Neigungsimperative konnten auf den Plan treten: Den Kopf absenkende Unterwerfung und ihn zurĂŒcknehmender Ärger blockieren sich gegenseitig. Der Impuls zur Unterwerfung versteckt das Ärgern und der Impuls zum Ärger versteckt das Unterwerfen. Dieser Belastungskomplex zwischen Hals und Schulter aber war nur durch eine tiefe Wandlung aufzulösen, dessen Lösung darin lag, fĂŒr seine eigene ĂŒberragende Arbeit nicht die Anerkennung bei anderen zu suchen und nicht von diesen das einzufordern, was ihm seine Mutter versagte. Die Auflösung des Grolls gegenĂŒber der eigenen Mutter genĂŒgte also nicht. Sie baute lediglich das GefĂŒhl des Allein-gelassen-seins ab, so dass er fĂŒr weitere Lernschritte offen war.

Und wie sah hierfĂŒr das Üben am Atem aus?
Diese gegeneinander wirkenden Belastungsimpulse waren in lösende Übungsweisen umzusetzen. Wohlgemerkt verfĂŒgte der AtemschĂŒler lĂ€ngst um eine Vollatembewegung. Es galt durch sehr subtil wirkende Arbeitsweisen den situativen Aufbau wechselnder Atemgestalten zu fördern. Der hintere SchultergĂŒrtel-Hals-Bereich war in seiner Beweglichkeit auszudifferenzieren. An der Öffnung des Brustkorbs nach vorne war zu arbeiten. Das Nabelfeld war in seiner Selbstgebogenheits-Beziehung zum RĂŒcken und seiner Tragkraft zum Herzen zu aktivieren. Dies sollte dann spĂ€ter besonders durch den Einsatz von Homöopathika gelingen. Ich gab ihm hierfĂŒr zunĂ€chst eine LM- bzw. Q-Potenz seines Konstitutionsmittels Sulfur in die Hand, welche die hartnĂ€ckigen, sich immer wieder bemerkbar machenden Belastungen im Nabelfeld auflöste. Aber diese Lösung genĂŒgte nicht. Es fehlte an Ausatemkraft, die das Nabelfeld nach hinten band und Selbstgeborgenheit spendete. Auch hier beförderten D 12-Potenzen seines Konstitutionsmittels als Formbildner das Atemgeschehen. Außerdem war am aufsteigenden sowie absteigenden Ausatem zu arbeiten. Auch galt es den HĂŒftraum im Becken zu zentrieren. Hier nahmen wir dann auch D 12-Potenzen seines anderen homöopathischen Konstitutionsmittels, Belladonna, zur Hilfe. Kurzum ging es hier um ein komplexes Zusammenwirken von antreibenden, energetischen und dynamischen Atemweisen. Es dĂŒrfte aber hier zu weit fĂŒhren, dieses Atemchinesisch auch in eine konkrete Beschreibung erstaunlich prĂ€zise angelegter Arbeitsweisen zu ĂŒbersetzen, die wegen der begleitenden Resonanzabgleiche um die belastenden Informationen beschleunigt wirkten .

Wie war mental die Lösung zu finden?
FĂŒr meinen AtemschĂŒler galt es, den Ehrgeiz in seiner beruflichen TĂ€tigkeit zu lassen, um diese zur wirklichen Herzensangelegenheit werden zu lassen. Darauf verwiesen die gewonnenen InformationskrĂ€nze. Gerade hier war sehr viel von ihm verlang, weil sein Tun mit einer herausragenden KreativitĂ€t verbunden war, welche aus der gesamten LebensfĂŒhrung zu schöpfen hat. Um voranzukommen, musste die einschrĂ€nkende PrĂ€gung durch die Ursprungsfamilie ohne wenn und aber angenommen werden. Auch der totgeborene Bruder gehörte dazu und er wollte gewĂŒrdigt werden. Die Atembehandlungen mit den Einsprengseln der Resonanzabgleiche wiesen den Weg zu einer individuierten EigenstĂ€ndigkeit, welche auf dynamischen Integrationsleistungen der Person beruht.

Du nimmst also hier Fragestellungen der hellingerschen Psychotherapie des Familienstellens auf?
Ich ließ meine AtemschĂŒler ihre Familie in Gedanken aufstellen und identifizierten den Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Familienmitgliedern mit den Resonanzabgleichen. Diese Kontemplation war sehr befruchtend, weil die dem individuellen Handeln unverfĂŒgbaren Kollektivtradierungen beim Testen hinzukamen. In unserem geschilderten Fall waren dies einfache Beziehungen. Indem das Alte aus der Herkunftsfamilie vor allem durch eine sich stabilisierende Selbstgeborgenheit verlassen werden konnte, wurde ein Reifen der Person möglich, wie es auf der empathischen Kommunikationsebene gar nicht eingeleitet werden kann. Erst durch diese RĂŒckfĂŒhrung in die Ursprungsfamilie lernte mein AtemschĂŒler auf das Unbekannte seiner inneren Stimme zu hören und dadurch mit dem Eigenen gegenĂŒber dem Fremden abstimmungsfĂ€hig zu werden. In seinem auf schöpferische Anliegen sich zuspitzende Fall zeigt sich, dass das Üben am Atem keineswegs ein Eingewöhnen in eine verĂ€nderte und erweiterte Sinnlichkeit ist. Es ging besonders bei der Atemarbeit mit diesem AtemschĂŒler um die Vorbereitung und die Konstitution einer SubjektivitĂ€t, in der in gewandelter Weise empfunden und wahrgenommen, erlebt und erfahren sowie gedacht, verhalten und gehandelt wird.

Du verweist also auf ZukĂŒnftiges
Nicht nur. Diese Arbeitsphase von einigen Monaten hatte sehr direkt fĂŒhlbare Ergebnisse fĂŒr meinen AtemschĂŒler. Die Anpassungsleistungen gegenĂŒber anderen sollten fĂŒr ihn kein belastendes Problem mehr sein. Er erfuhr vor allem wegen der Resonanzabgleiche die ArbeitsatmosphĂ€re nicht mehr als bedrĂŒckend. Er ließ sich auch nicht mehr bedrĂ€ngen, weil er sich nunmehr in dem von seinen Konkurrenten und Neider besetzt gehaltenen Raum breit zu machen verstand. Ihm wurde nicht mehr dumpf. Es trieb ihn auch kein versteckter Ärger mehr aus dem Kontakt zu den anderen, was ihn in seine sozialen Bornierungen fesselte. Im bescheidenen Maße gelang es ihm durch seine gewachsene PrĂ€senzfĂ€higkeit, in dieser anspruchsvoll seine Person fordernde Situation die AtmosphĂ€re mitzubestimmen. Er konnte berufliches Terrain gewinnen und seine wachsende SelbstverstĂ€ndlichkeit in der Zugehörigkeit zeigen. Das war fĂŒr jemanden, der an neu hinzukam ohne gleich von allen willkommen geheißen zu werden, sehr viel.

Du stellst also den Gedanken der Selbstentfaltung in den Mittelpunkt Deiner Arbeit?
Ja. Und dies mache ich aus großer GrundĂŒberzeugung, die ich bereits in meinen Jugendjahren gewonnen habe. Die Atmerei als Lebenskunst verpflichtet die Heilkunst. Man bĂŒrdet einer derartig ausgerichteten Arbeit das Falsche auf, wenn sie nun all das gegenĂŒber dem Kranken erledigen soll, zu dem die Schulmedizin nicht mehr in der Lage ist oder was diese viel zu oft wegen ihren kulturellen Bornierungen mit verdinglichten Praktiken versaut hat. Aus der Klinik gewinnt man keine Anthropologie, die um die schöpferischen Potentiale des Menschen weiß.
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Ich-Abbau und Empfindungslosigkeit

Könntest Du auch einen Informationskranz vorstellen, in dem ein BeziehungsgefĂŒge in seiner AktualitĂ€t deutlich wird?
Ja. Vielleicht sind die Informationsströme interessant, welche die Atembewegung einer 55-jĂ€hrigen Frau belasteten, die mit ihrem 35-jĂ€hrigen Sohn, einem Diplom-Mathematiker, verstrickt war. Der Sohn gab ihr seit Jahren Geld zur Bestreitung ihres Lebensunterhalts und zahlte ihr nach dem Wegzug in eine andere Stadt weiterhin die Miete fĂŒr die oberen WohnrĂ€ume in ihrem Einfamilienhaus, das ihr von ihrem frĂŒheren Ehemann ĂŒberlassen worden war. Diese Frau war durch eine Kollegin mit der Atemarbeit etwas vertraut gemacht worden, bevor sie im vor Jahren zwei Kurse bei mir belegt und bei dieser Gelegenheit auch einige Atembehandlungen mit mir genommen hatte. Damals hatte ich ihr geraten, Friedrich Ochsenreither aufzusuchen. Sie hatte nach dessen Behandlung erleichtert ihren Sohn in eine andere Stadt zum Arbeiten ziehen lassen. Dort hatte er inzwischen eine Frau aus der Ukraine kennen gelernt, die dort noch studiert hatte, aber in Deutschland eine zeitlang ihren Körper anbot. Er wollte diese Frau heiraten. Meine Klientin reagierte auf diese Nachricht ihres Sohnes mit RĂŒckenschmerzen und konnte sich kaum noch bewegen. Ein orthopĂ€discher oder neurologischer Befund konnte nicht erhoben werden. Soweit das Nötigste ĂŒber die Vorgeschichte.

Und nun kam sie zu Dir wegen ihrem RĂŒcken und sie litt, wegen ihrer angehenden Schwiegertochter?
Wohl auch. Aber der Resonanzabgleich ĂŒber den Anlass ihres Leidens hatte eine tiefer angelegte Schicht erkennen lassen. Die ans Tageslicht geförderte erste Information war: „Keine Lust zu arbeiten“. Dies war ein Erbe von ihrer Mutter und ihrer Großmutter. Und diese Information ĂŒbertrug sie auch auf ihre angehende Schwiegertochter. Also nicht diese hatte „keine Lust zu arbeiten“, sondern meine AtemschĂŒlerin belastete sich selbst mit dieser Übertragung ihrer eigenen Unlust. Wir identifizierten den leiblichen Projektionsort, der bei ihr die Gegend des Atlas belastete. Sie konnte gegenĂŒber dieser Frau gar nicht ihren Kopf aufrecht tragen. Ich stelle einfach die weiteren Testergebnisse vor: 2. „Du mein Kleiner“ – Diese seelisch-geistige Information bezog sich auf das Verhalten gegenĂŒber ihren Sohn und belastete das zweite Halswirbelsegment. 3. „Verstoßen worden“. Der weitere Resonanzabgleich ergab: von der Muter. Diese Information hatte ich nicht weiter vertieft, nachdem sie mir etwas in der damaligen Zeit Ungewöhnliches mitteilte : Sie wurde ihrem Vater zugesprochen, nachdem sich diedser von der Mutter getrennt hatte. Der Vater kam erst 1948 aus der Kriegsgefangenschaft zurĂŒck. Diese Belastung war im Nabelfeld und wirkte auf den Hintergrundsraum. 4. „Angst vor  der Unnachgiebigkeit Gottes“, diese betraf das Scheitelchakra. 5. „Negativer Einfluss durch Pendeln“. Dieser wiederholte sich dann. Dies war der erste Resonanzabgleich, der am ersten Tag ihres Besuches in meiner Karlsruher Praxis vorgenommen worden war.

Ich möchte hier einmal wegen der wiederholten Thematisierung einer religiösen Thematik einhacken. Ich verstehe nicht, wie Du mit Deinem methodischen Atheismus, der Deine Feder fĂŒhrt, damit zurecht kommst
FĂŒr mich ist das kein Problem. GlĂ€ubigkeit stellt sich unmittelbar. Das GrundphĂ€nomen des Glaubens ist etwas Einfaches, etwas Naives und liegt jenseits der Reflexion, die jedes Glauben verflĂŒchtigen lĂ€sst. Insofern ist religiöse GlĂ€ubigkeit keine Beziehung, in der ich zunĂ€chst Gott als ein Objekt denke, um mich dann noch glaubend zu ihm zu bekennen. Insofern rede ich als Atheist von einem ganz anderen Gott als der Theist. Ich begebe mich ĂŒberhaupt nicht in die religiöse Dimension, in welcher man heimisch sein muss, damit die Information um eine „Angst vor der Unnachgiebigkeit“ Gottes auftreten kann. Zweifelsohne befand sich meine AtemschĂŒlerin in der religiösen Region des Glaubens. Auf einen Schöpfer muss ich mich jedoch selbst nicht bei meiner Arbeit mit einem religiösen Menschen berufen, wenn ich ihm ein solches Ergebnis des Resonanztestens weitergebe. Wenn ich mit dem Atem weiterarbeite, darf ich mich sowieso nicht mit dem AtemschĂŒler verschmelzen. Ich muss in meiner SelbststĂ€ndigkeit bleiben und ihn seinem Schicksal ĂŒberlassen, zu dem auch seine Religion gehört. In der Atembehandlung spreche ich seine Innerlichkeit mit nur ihm zugĂ€nglichen Eigenbedeutungen an, die in ihrer eigenen Stimmigkeit nur von meinem AtemschĂŒler selbst gelebt werden können. Ich begegne seiner in einer ihm eigenen religiösen Konfliktdisposition. Ich kann seiner Innerlichkeit in der Atembehandlung jedoch nur begegnen, soweit sie nicht mit einer eigenen religiösen Konfliktthematik in einer AffinitĂ€t steht oder wenn diese von mir als etwas Fremdes abgewehrt wird, wodurch ich in dieser Hinsicht nicht dialogfĂ€hig wĂ€re.

Ich weiß, dass es dir nicht schmeckt, bei Deiner Arbeit auf eine religiöse Region festgelegt zu werden. Aber man könnte mit viel Berechtigung sagen, dass Du Dich mit ihr unabdingbar in eine solche hineingibst, auch wenn Du keinen Gott brauchst. Man könnte zumindest sagen, dass Du Dich beim Atmen selbst ins Gebet nimmst.
Mich interessiert die sakrale SphĂ€re in ihrer VerschrĂ€nkung mit der profanen, wie deren Zusammenspiel den Übergang der vital-sensorischen Raumbildung in die SozialitĂ€t organisiert. Ich verzichte auf jegliche sprach- liche Ritualisierung, wie sie ĂŒberall notwendig wird, wenn UnerklĂ€rtes als UnerklĂ€rbares ausgegeben wird, das nur erfahren und erlebt werden kann. Ich bin auch trotz meiner Resonanzarbeit kein Vorsteher einer religiösen Vergemein­schaftung.Die Alternative dazu ist soziale Kooperation. Teilhabe ist das politische Stichwort und Mitgehen mit dem anderen das durchzusetzende Prinzip der Erziehung und PĂ€dagogik. 

Wie ging es weiter? Wenn Du sagst, dies war der erste Resonanzabgleich, dann muss es zumindest einen zweiten gegeben haben.
Wir arbeiteten bei diesem Besuch noch einmal am anderen Tag. Der zweite Resonanzabgleich am folgen- den Tag war auf ihr VerhĂ€ltnis zu ihrer angehenden Schwiegertochter bezogen. Die erste Informationstes- tung zum Anlass ergab „Uneinsichtig“. Es betraf eine Halsstarrigkeit. Denn der Punkt an dem sie hier mit der Welt kommunizierte war der sechste Halswirbel. Die zweite Information war „heimatlos“. Sie wurde hier passiv belastet durch ihre angehende Schwiegertochter, die sie nicht als Schwiegertochter wollte. Auch hier bestand eine Belastungskorrespondenz mit dem Nabelfeld und dem Hintergrundsraum. Da dies bei beiden belastet war, lag damit die Möglichkeit eines sich gegenseitig verstrickenden Übertragungsgeschehens vor. Die dritte Information: „Angst vor Ablehnung“ betraf den oberen Atemraum und konnte am 2. Brustwirbel identifiziert werden. Hier stand sie in Resonanz mit ihrem Sohn. Die vierte Information „Minderwertigkeits- gefĂŒhl“ betraf die Beziehung gegenĂŒber der angehenden Frau ihres Sohnes. Hier war sie aktiv. Die fĂŒnfte „Kranksein-Lahmsein“ war ein weiteres Testergebnis bezĂŒglich des BeziehungsgefĂŒges zu ihrem Sohn, mit dem sie diesen belastete. „Habsucht“ war die sechste Information. Mit dieser belastete ihr Sohn sie und zwar im mittleren Atemraum zwischen Brustbein und Bauchnabel, das Solar-Plexus-Chakra. Die siebte Information war „Egoist“ . Die Belastung kam von ihr und existierte ebenfalls im mittleren Atemraums. Diese Information wurde nochmals getestet. Hier also war die Auflösung ihrer RĂŒckenbelastung zu suchen.

Und wie verlief die Therapie?
Der Resonanzabgleich brachte ja Informationen hervor, die recht deutlich waren. GegenĂŒber dem zweiten Durchlauf sagte ich ihr nur. Sie muss ihren Sohn lassen. Wen dieser heiraten will, sei allein dessen Angelegenheit. Und da meine AtemschĂŒlerin eine sehr religiöse Frau war, fragte ich sie, ob sie die Heirat ihres Sohnes auch segnen könne. Das konnte sie sich vorstellen. Ich sagte ihr, dass sie dies vom Herzen her vollziehen mĂŒsse. Sie sollte sich bitte dafĂŒr Zeit lassen und zunĂ€chst am Atem ĂŒben. Ich entwickelte ihr einen Übungsablauf, der die Nabelkraft und den Herzraum zum Thema hatte. NatĂŒrlich wĂ€re hier auch der Raum gewesen, Ergebnisse des Resonanzabgleichs im Sinne einer psychologischen Hermeneutik zu verstehen. Hier war mit dem Wenigem das Entscheidende gesagt.

Und der RĂŒcken?
Die Defizite im Aufbau der beiden Atemgestalten Nabelkraft und Hintergrundes waren mir schon in unserer frĂŒheren Arbeit aufgefallen und ich hatte ihr diesbezĂŒgliche Übungen mitgegeben, die sie aber nicht weiterverfolgte. Es war wĂ€hrend unserer ersten Zusammenarbeit noch kein BedĂŒrfnis nach einer tieferen KlĂ€rung entstanden. Erst in der neueren Not erinnerte sie sich an mich, in der er ebenfalls wieder eine Notfallhilfe gegeben werden konnte. Im Grunde hielt sie sich an ihrem Egoismus fest. Dieses Festhalten war so stark geworden, dass sie die Selbstempfindung verloren hatte. Denn die Funktion des Ichs, am Rande der Selbstempfindung zu stehen, war bei ihr in eine Selbstbeobachtung eskaliert. Dementsprechend verlief der Atem starr gehalten. Wegen dieser selbstbezogenen Atemweise, die keinen sozialen Hintergrund mehr aufzubauen in der Lage war, waren wohl die sie bewegungslos machenden RĂŒckschmerzen entstanden.

Du gabst also keine Anleitung zu rĂŒckengymnastischen Übungen?
Sie sollte von ihrem zerstörerischen SelbstspĂŒren wegkommen, das der sensorischen Ausspannung, entgegenwirkte. Da dies ihr Ego aufblĂ€hte, hielt sie sich an ihrem RĂŒcken im mittleren Atemraum fest, damit sie nicht in ihrem Ich zerfiel. Die RĂŒckenschmerzen waren etwas Kompensatorisches gegen die völlige Auflösung des Ichs. Deshalb arbeitete ich ĂŒberhaupt nicht direkt an den leiblichen Festhaltungen, die ich bei den Resonanzabgleichen zusammen mit den seelisch-geistigen InformationseinfĂ€llen identifiziert hatte. Diese Festhaltungen durfte man ihr einfach nicht direkt nehmen. Es war eine positive Kraft aufzubauen. Deshalb arbeitete ich mit ihr am sensorischen Kontaktaufbau mit der Außenwelt. Ich zeigte ihr das Über-sich-hinaus-spĂŒren und damit auch die Möglichkeit, dass sie im RĂŒckgang zu sich selbst auch eine gesunde Selbstempfindung gewinnen lernte. Es galt in dieser akuten Konfliktsituation vor allem, dass sie Ichkraft durch sensorische Ausspannung im Raum gewann. So sollte es ihr möglich werden, die Liaison ihres Sohnes als eine Chance zu betrachten, ihre familiĂ€re SphĂ€re auszuweiten und damit einen erfĂŒllteren Hintergrund zu gewinnen. Von dieser angehenden Schwiegertochter kamen ĂŒberhaupt keine negativen Information auf sie zu.

Deine Arbeit zielte also gar nicht vordringlich auf den RĂŒcken, sondern war auf eine IchstĂ€rkung ausgerichtet, welche Du mit der Empfindung in Beziehung setzt.
Ja. Die Empfindungslosigkeit war deutlich spĂŒrbar. Und ihre in den Egoismus entgleiste IchschwĂ€che korrespondierte mit der Letztinformation, dass sie durchs Pendeln belastet war. Mit dem Pendel entschied sie alles, was sie tun wollte oder nicht tun wollte. Im Grunde korrespondierte diese EmpfindungsschwĂ€che mit einer hohen muskulĂ€ren DurchlĂ€ssigkeit, so dass sie sich in ihrer sozialen Isoliertheit festhalten musste. Die vielen Körperarbeiten, die sie ausprobiert hatte, waren wohl kontraproduktiv gegenĂŒber ihrer persönlichen Problematik gewesen. Das dehnende Lösen, wie es in allen auf dem Markt angebotenen spĂŒrsamen Körperarbeiten irgendwie geĂŒbt wird, war fĂŒr sie gerade nicht geeignet gewesen. Sie hĂ€tte qualifiziert an dem Aufbau von Atemgestalten arbeiten mĂŒssen.
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An der Grenze

Man kann sich trotz aller Beschreibung entlang lebendiger Prozesse und des Hineindenkens in die Möglich- keiten bislang unbekannter Praktiken nur schwer vorstellen, was Du da treibst. Es ist bereits gegenĂŒber der vortheoretisch vorliegenden Atemerfahrung ein Novum, was Du in Begriffen zu formulieren versuchst. Nun kommt auch noch der Resonanzabgleich hinzu mit seinen Stimmigkeitskriterien des Zutreffens und Zusammenpassens. Kannst Du vielleicht auch exemplarisch ausleuchten, wie sich die Grenzen zeigen?

Ich versuche an einem enorm dramatischen Vorfall zu verdeutlichen, wie ich an die Ă€ußerste Grenzen gefĂŒhrt werden sollte: Das Angesicht des Todes, worauf die abschließende Information hinwies. Die erste, den Anlass ihres Leidens auslösende Information war: „ErschĂŒttert“. Der leibliche Ort war das Atemzentrum zwischen den HĂŒftknochen, das unterhalb des Atemimpulspunktes bzw. des Haras eingelagert ist und durch die Yogalehre als Wurzel-Chakra bekannt gemacht wurde. In der middendorfschen Atemarbeit arbeitet man auf die Aktivierung dieses Zentrums mit einem stimmlosen „S“ oder dem „Z“ hin. Die ErschĂŒtterung betraf ihre Mutter und die Atemgestalt Verwurzelung. Die weitere Information war „Angst vor BerĂŒhrung“. Auch diese betraf die Beziehung zur Mutter und hatte ihre leibliche Korrespondenz in eben demselben Wurzelzentrum. Ist dieses durch elterliche Informationen belastet, wurde im Grunde eine verwurzelnde Ausdehnung und Positionierung im familiĂ€ren Raum beeintrĂ€chtigt. Die nĂ€chste Referenzampulle, die ich ertestete, betraf eine triftige Information, von deren Realgehalt sie wusste; denn ich fragte nach ihrer Mutter und wie sie gestorben sei. Sie sagte, „Sie hat sich umgebracht“. „Suizid“ war das Testergebnis gewesen. Diese Information belastete ihren  Brustraum. Auch das weitere Ergebnis des Testens passte hierzu: Die Mutter war „in den Tod getrieben“. Diese Information nagte wiederum an der Wurzel im Becken. Und die darauf getestete Information „um Liebe betteln“, wirkte wiederum im Brustraum. Mit diesen Informationen stand sie in Resonanz zu ihrem Vater. Auch dieser war gestorben, als sie noch ein Kind war. Den Todesgrund wusste sie nicht. Auch hier hieß die Information „Suizid“. Die nĂ€chste Information war: „Die Schuld eines anderen sĂŒhnen wollen“. Diese seelisch-geistige Information betraf die Beziehung zu ihrem Vater und war wiederum im Brustraum ansĂ€ssig.

Auf den ersten Blick erscheint vieles aus diesem Informationskranz stimmig und es passt zusammen. Aber wie geht man mit einem solch schweren Schicksal um, in dem alle familiÀre Bindungen in offenen und geheimen Verstrickungen entgleist sind?
Es war nicht mehr viel zu machen. Die Frau hatte zwei Brustkrebsoperationen, Chemotherapie und Bestrahlungen hinter sich. Sie befand sich in einem völlig entkrĂ€fteten Zustand, als sie mich aufsuchte. Sie konnte seit den Bestrahlungen vor einigen Monaten kaum noch schlafen. Bereits das Herannahen des Abends stĂŒrzte sie in Verzweiflung. Nachdem sie sich bei mir auf die Behandlungsliege hinlegte, sah ich sofort, dass ihr bestehender Hochatem nunmehr ĂŒber dem Zwerchfell einsetzte, was zur Hyperventilation fĂŒhrte, die sie jeden Abend ohne Ă€rztliche Hilfe durchleben musste. Ich arbeitete zunĂ€chst im Sitzen und vertraute meinen HĂ€nden, zumal der Resonanzabgleich  auf die Notwendigkeit des Solar-Plexus-Ausgleichs hinwies.

Um was geht es dabei?
Vom Atem her ist der mittlere Atemraum zwischen Nabel und Brustbein, also den, in welchem das Zwerchfell liegt, anzusprechen. Wenn dieser Atemraum gefĂŒllt ist, besteht weder eine Zwerchfell-Fehlstellung, also auch kein Hochatem und schon gar nicht dessen Steigerung zu jener forcierten flachen Einatmung, welche das Blut ĂŒbersĂ€uert und zu einer Hyperventilation fĂŒhrt. Auf diese Information um den Solar-Plexus-Ausgleich stieß ich ebenfalls, nachdem ich einige Beziehungen zu ihren Geschwistern und zu ihrer SchwĂ€gerin in den Resonanzabgleich hineinnahm. Diese Schwachstelle war enorm familiĂ€r verkettet und meine Klientin war offenbar diejenige, welche die gesamte Last der Familiengeschichte trug.

Die Information „Solar-Plexus-Ausgleich“ korrespondiert also direkt mit einem Atemanliegen?
Ochsenreither hatte mit dieser Referenzampulle eine homöopathische Information aufbereitet, die auf den mittleren Atemraum wirkt, wenn sie in die Hand genommen wird. Mit derartigem Einsatz, der mit meiner manuellen Ansprache ihrer Person in der Atembewegung kombiniert wurde, vermochte ihr Entlastung zu verschaffen . Sie konnte sich schließlich hinlegen, ohne dass ihre Atembewegung in einer Hyperventilation entgleiste.

Und ihr wart damit ĂŒber dem Berg?
Es entstand wieder Atembewegung im mittleren Atemraum. Der schwache Atemimpuls entsprach jedoch nicht nur der geschwundenen Vitalbewegung am Kreuzbein. Dieser Impuls in der Tiefe des Raums erschien mir zunĂ€chst recht seltsam. Seine QualitĂ€t war mir in meiner bisherigen Arbeit unbekannt geblieben. Er fand nĂ€mlich keine Ausdehnung bis in die KörperwĂ€nde des Rumpfes. Er fĂŒllte gar nicht mehr den Binnenraum. Er weitete sich nicht mehr zur Hereinnahme der Welt. Er sollte ein Aufleuchten ihrer Lebenskraft gewesen sein, das wohl ihren Abschied von der Welt vorbereiten sollte. Eine Woche spĂ€ter verstarb sie.

War diese Grenze nun ihre oder Deine?
Ich glaube, es kann hier nur um meine gehen. Ich wĂŒrde heute nur noch direkt mit dem Atem arbeiten und homöopathische StĂ€rkungen hinzunehmen und - darauf wies mich der nachtrĂ€glich vorgenommene Resonanzabgleich hin – vor allem mein Herz sprechen zu lassen. Ich war zu sehr an der Verbesserung ihres Zustandes interessiert und hatte deshalb ĂŒber lange Strecken zu wenig ihre Person angesprochen. Ich sage dies, weil es innerhalb der drei Tage unserer Zusammenarbeit auch einmal zu einer sehr dichten Begegnung kam. Es war nur ein Blick im gegenseitigen Aufmerken. Danach hĂ€tte ich eigentlich nur noch mit dem Atem weiterarbeiten sollen.
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Entsprechen

Du sprachst davon, dass es letzten Endes die Beziehung zur Atembewegung ist, an der sich zeigt, ob etwas stimmig ist. Aber manchmal arbeitest Du gar nicht mit dem Atem. HÀngt dann Deine Stimmigkeit völlig in der Luft, wenn Du nicht eine zutreffende Information ermittelt hast?
Auch wenn etwas einer Lebenslage entspricht, wÀre es stimmig. Es kommt nicht in erster Linie darauf an, dass ein Resonanzabgleich keine Informationen ergeben haben, die dem Kriterium Zutreffen gerecht werden.

Könntest Du hierfĂŒr ein Beispiel geben?
Eine Mutter , die bei mir regelmĂ€ĂŸige Atembehandlung nahm, war einmal sehr stark am oberen RĂŒcken belastet und der Resonanzabgleich ergab, dass sie sich um ihren Sohn sorgte. Sie sagte daraufhin, dass das stimme. Und zwar sei es ihrem 14-jĂ€hrigen Sohn schon zum dritten Mal immer bei dem gleichen Lehrer heftig im Magen schlecht geworden. Zu diesem Lehrer hatte ihr Sohn nie so recht ein VerhĂ€ltnis gefunden. Und es wunderte sie, dass er sich auch bei diesem in seinen Leistungen bei Klassenarbeiten um zwei Noten verschlechtert hatte. Und am Elternabend hatte dieser auch den Eltern gesagt, dass ihr Sohn ihm gegenĂŒber gehemmt erscheine, was sie sehr gewundert habe.

Und wie ging es weiter?
Ich nahm einen Resonanzabgleich ĂŒber das VerhĂ€ltnis zwischen dem Sohn und seinem Lehrer vor. Und dieser ergab folgende Information: “Dem Schicksal von Opfern verbunden fĂŒhlen”. Diese seelisch-geistige Belastung war durch den Sohn gegenĂŒber dem Lehrer aktiviert. Und die zweite Information, an der nun der Sohn passiv beteiligt war, also etwas erlitten hatte, ergab: “Jemanden verfĂŒhren”.

Das hört sich aber wie eine Missbrauchsgeschichte an?
Das kann man sagen. Nur konnte dies nach diesen beiden Resonanzabgleichen nicht der Lehrer sein. Vielmehr musste er von jemandem anderen verfĂŒhrt worden sein, was fĂŒr das Kind bedrĂŒckend gewesen sein musste und was nun durch Resonanz in Beziehung auf seinen Lehrer aktiviert wurde. Dieser dĂŒrfte vielleicht ein Ă€hnliches Schicksal erlitten haben, wenn die Information “Dem Schicksal von Opfern verbunden fĂŒhlen” Sinn machen solle. Ich teilte dies der Mutter mit und diese sagte. Sie hatten auch schon einmal die Vermutung, dass etwas in dieser Hinsicht nicht stimmte und hatten irgendwie die Vermutung, dass etwas im Kindergarten geschehen sein mĂŒsse. Sie hatten ein offen den anderen gegenĂŒbertretendes Kind in den Kindergarten gegeben, aber ein verĂ€ngstigtes zurĂŒckerhalten. Diese Vermutung war bestĂ€rkt worden, nachdem ihnen der Musiklehrer gesagt hatte, dass er einen Ă€hnlichen Verdacht habe, weil das Kind auf tiefere Frequenzen verschreckt reagiere. Und ihr Mann habe immer geklagt, dass er nicht so richtig an seinen Sohn herankomme.

Ob das alles zutrifft konnte offenbar nicht bestÀtigt werden? Die Information war nur durch Entsprechungen belegt.
Der weitere Resonanzabgleich wegen dem mĂ€nnlichen Erzieher blieb ebenso negativ. wie mit den weiblichen Betreuern. Auch die Tests bezĂŒglich der anderen mĂ€nnlichen Verwandten waren ergebnislos.

Und was dann?
Mir kam die Idee, ob sie in ihrem Bekanntenkreis einen Lehrer hĂ€tten. Sie hatten mehrere. Und hier fand ich dann positive Resonanz in Bezug auf den frĂŒheren LebensgefĂ€hrten ihrer Schwester. Beide hatten den damals dreijĂ€hrigen Sohn zusammen mit seiner drei Jahre Ă€ltre Schwester mit in den Urlaub genommen. Und da fiel bei ihr der Groschen. Es war nicht der Kindergarten und auch nicht ein damaliger heftiger Ehekonflikt, von dem sie meinten, dass dieser vielleicht ihr Kind belastet habe. Alle drei Ereignisse fielen direkt zusammen.

Das wÀren ntsprechungen. Aber wass ergab der Resonanzabgleich?
Der entsprach dem: Folgende Informationskette wurde im Resonanzabgleich zwischen dem Sohn und dem ehemaligen Lebenspartner der Schwester ermittelt:
Anlassinformation : Ich bin falsch - LP der Schwester

  1. Mundbatterie - LP  (er stand durch Zahnmaterialien unter elektrischer Spannung)
  2. ich will Sex  - LP
  3. Masturbation - LP
  4. FrĂŒhkindliche Verlassenheitserfahrung - Sohn –
     (Dies war eine weitergegebene Information, die ursprĂŒnglich von der Urgroßmutter ausgelöst worden
     und ĂŒber deren Tochter ĂŒber die Mutter des Kindes an dieses weitergegeben worden war.)
  5. Unsichere GeschlechtsidentitĂ€t im VerhĂ€ltnis mĂ€nnlich-weiblich - Sohn
  6. Hoffnungslosigkeit - Sohn :
     (Diese ist  von Urgroßvater ĂŒber Großvater und Vater des Sohnes weitergegeben worden.)
  7. verflucht - LP
  8. Begierde - LP
  9. verbannt - LP
10. pÀdophil - LPl
11. Lehrer auch pÀdophil
12. Angst vor Versagen - Sohn
sich wiederholende Auflösungsinformation. unsichere GeschlechteridentitÀt

Und was machtet Ihr damit.
Der Mutter jedenfalls fiel ihr ein Stein vom Herzen. Ihr oberer RĂŒcken, der das Vertrauen herbergende untere Teil des SchultergĂŒrtels,  war nach den Resonanzabgleichen gelöst. FĂŒr das Kind suchte ich homöopathische Mittel. Einmal testete ich den Sloar-Plexus-Ausgleich aus, den das Kind in den nĂ€chsten Stunden bei der Anwesenheit mit dem Lehrer tragen sollte. Außerdem testete ich noch eine CK 1 Potenz von Belladonna aus.

Und das wirkte?
Das Kind fĂŒhlt sich jedenfalls bei diesem Lehrer wohler und es wurde ihm das ganze Schuljahr ĂŒber nicht mehr schlecht. Auch der Leistungsstand verbesserte sich erheblich. Er schrieb wieder zweien.

Und das war es dann?
Ich schaute mir auch das Kind an. Und in der Tat, war der Übergang von Lendenbereich zum Brustbereich blockiert. Die antreibenden Bewegungen von unten kamen nicht mit denen von oben zusammen. Ich testete hierfĂŒr eine LM I - Potenz des Mittels Belladonna aus. Dies war das eine Konstitutionsmittel des Kindes, das ansonsten in homöopathischer Behandlung gewesen war. Jedenfalls sprach das Kind dann auch sehr sichtbar in seinem Atem auf diese Mittel an, als ich sie ihm in die Hand gegeben hatte.

Die verschiedenen Informationsglieder der Kette passten zusammen. Auch entsprachen einige dem belastenden Atemgebiet. Aber ob das alles zutrifft oder nicht, konnte nicht geklÀrt werden?
Wir können es aber auch dabei belassen. Es gab echte Hilfe. Ich konnte auch ein halbes Jahr spĂ€ter feststellen, dass sich bei dem Sohn meiner AtemschĂŒlerin diese Verknotung in der hinteren Mitte aufgelöst hatte. Es hatte außerdem seine Speckschicht verloren.
Und die Informationen 4 und 6?
Die ließ ich einfach stehen. Aber diese Erschaften bezĂŒglich der Mutter und des Vaters könnten aufschlussreich sein. Sie passen dazu. Es ist verstĂ€ndlich, dass sich in der Konfliktsituation ihres Kindes sowohl eine Konfliktdisposition der Mutter (frĂŒhkindliche Verlassenheitserfahrung) als auch des Vater (Hoffnungslosigkeit)  reaktivierten.

Und die Informationen  7 bis 10?.
Die laden zur Spekulation ein. Sie waren in der Arbeit nicht wichtig geworden. Die Abschlussinformation entscheidet darĂŒber, wie der Konflikt aufzulösen ist.

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